Der Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark, ca. 2,5 Autostunden nördlich von Durban gelegen, ist der älteste Nationalpark in Südafrika. Auf einer Fläche von 960km² bietet die vielfältige Vegetation Lebensraum für viele Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Die „Big Five“, Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard sind ebenso im Park vertreten wie Geparde, Wildhunde und Giraffen und Nyalas. Hluhluwe und Imfolozi wurden 1895 als getrennte Reservoirs gegründet als die Population dieser Tiere durch übermäßige Jagd gefährdet war.

Auf diesen Park sind wir durch persönliche Empfehlung und einen spannenden Reisebericht im Internet aufmerksam geworden. So war das erste Safari-Ziel im neuen Jahr 2013 auch schnell und kurzentschlossen gefunden.

Beim Anflug auf Durban ist das neue, zur Fussball-WM 2010 erbaute Stadion deutlich zu sehen. Die Landung war ebenso ruhig wie der Flug mit SA Express. Freundliches Personal hatte die Reisezeit wie 'im Flug' vergehen lassen.

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Vom Flughafen Durban ging es mit einem kleinen SUV-Mietwagen in Richtung Nationalpark. Um die Tiere in Ihrem Lebensraum auch sehr gut sehen zu können ist ein Fahrzeug mit entsprechender Bodenfreiheit sehr hilfreich. Einen grauen Daihatsu Terios hatten wir schnell und unkompliziert übernommen. Die Farbe Metallic-Grau hatte schon gewissen Ähnlichkeit mit Elefanten oder Nashörnern. Aber dazu später mehr. Auf jeden Fall hatten wir kein 'feuerrotes Spielmobil' von der Mietwagenfirma übernehmen müssen. Der Kelch war an uns vorüber gegangen, d.h. die Fahrzeugfarbe schien erstmal zu passen.

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Im Fahrzeug dieser Klasse ist alles drin was man so braucht, einzig eine Temperaturanzeige hätte die persönliche Neugier über den jeweiligen Wetterzustand befriedigen können. Aber es fährt auch ohne...

 

Gen Norden, zwei Autobahnausfahrten nach dem Airport - ca. 15km - befindet sich ein größeres Shopping-Center, wo wir bei Pick'n'Pay unsere Einkäufe für die kommenden fünf Safari-Tage erledigten.

 

Dumm nur, wenn man an einem Sonntag einkaufen geht. Die Geschäfte haben zwar geöffnet, jedoch wird kein Alkohol verkauft. Toll, das war's dann mit einer Flasche Rotwein am Abend - müssen wir unseren Wein eben doch zu Hause trinken... Eine Woche ohne Wein, ob das mal gut geht.
Nach einer guten Stunde 'shoppen' ging es dann weiter in Richtung der 'Wilden Tiere'.

Unser Ziel war klar, die Autobahn N2 frei, also rauf aufs Gas. Ok, 120km/h sind im Land auf den Nationalstrassen erlaubt und richtiges Rasen geht mit dem Wagen eh nicht. Zumal, wenn der Wagen plötzlich mit Zündaussetzern auf sich aufmerksam macht. Auch zeigte die gelbe Warnlampe der Motorsteuerung ab und an entsprechende Probleme an. Aber der Wagen fuhr, zwar mit Zündaussetzern und blinkender Warnleuchte, aber er fuhr. An ein Umdrehen war nicht zu denken, da wir auf dem Parkplatz der Vermietfirma kein weiteres Auto dieses Typs gesehen hatten und zum Anderen die Zeit nicht ausgereicht hätte um bis spätestens 19 Uhr im Mpila Camp - unserem Reiseziel - einzutreffen. Ergo, Augen zu und durch.

Nach dem Verlassen der N2 biegt man auf die R618 ab. Die Strecke ist eine Zumutung! Scheinbar halten sich die Leute wohl nicht an die Verkehrregeln, weshalb höhergelegte 'Bumps' auf der Strasse aufgebracht wurden. Hier zu bremsen ist hilfreich um das Fahrzeg nicht auseinanderfallen zu lassen. Gut wären jedoch entsprechende Hinweisschilder, die es nur an ausgewählten Stellen gibt. Ansonsten wird man durch Rüttelstreifen zwar aufmerksam gemacht, nur weiss man als Besucher - zumindest beim ersten Mal - nichts von den ca. 10 cm hohen Querstreifen. Wir waren beim ersten Mal selbstredend zu schnell. Maximal 20-30 km/h sind verträglich. 60km/h eher nicht.

Trotz der schlechten Strasse haben wir gegen 17:00 Uhr den Parkeingang, das Nyalazi Gate an der R618, wohlbehalten erreicht. Der erforderliche Papierkram war schnell erledigt und für die 20km zum Mpila Camp sollten zwei Stunden doch ausreichen. Aber es war wie jedes Mal, wenn wir wieder einen Nationalpark besuchen. Die Zeit mit der Beobachtung der Tiere vergeht viel zu schnell, so daß man sich sputen muß um überhaupt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10km/h zu schaffen.

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Impalas mit vielen Jungtieren standen am Wegesrand in der untergehenden Abendsonne, eine Gruppe von sieben Wildhunden kam uns entgegen und zwei Hyänen folgten den Wildhunden. Klar, dass man da die Zeit vergisst!

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Auf die Wildhunde bin ich das erste Mal so richtig durch die Harnas-Serie in der ARD aufmerksam geworden. Auch zwei der von uns hier gesichteten Wildhunde trugen Halsbänder mit einem Sender. Wenn ich recht informiert bin, dann soll es nur noch 600 Tiere weltweit geben. Was für ein Glück gleich in der ersten Stunde im Park so überrascht zu werden.

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Leider haben wir die Tiere nur dieses eine Mal während unseres Aufenthalts im Park zu Gesicht bekommen. Dafür jedoch umso länger. Nachdem sich drei der Tiere an unserem Fahrzeug vorbei getraut hatten, es waren wohl die ranghöheren Leittiere, hatte der Nachwuchs damit wohl Probleme und verzog sich ins Gras neben der Strasse. Vielleicht wollten sie aber auch nur für die Kamera posieren!? Jedenfalls war genügend Zeit um viele Fotos auf die Speicherkarte zu bannen! Aber schaut selbst wie die Tiere aussehen. Beeindruckend, Wildhunde am ersten Abend und dann gleich ein ganzes Rudel und die hatten sehr viel Geduld mit uns...

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Eine der beiden Hyänen soll hier natürlich auch noch gezeigt werden. Bei der zweiten hat das Licht der untergehenden Abendsonne leider nicht mehr für ein brauchbares Foto gereicht.

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Kurz vor 19 Uhr sind wir dann doch noch rechtzeitig im Mpila Camp angekommen. Pünktlich angekommen und dann die Rezeption geschlossen! Upps! Für die Übernachtungsgäste schließt diese bereits um 18 Uhr, aber man kann an der Tafel die Zuordnung Unterkunft/Name ablesen. Das Safari-Zelt Nummer 28 war unseres für die kommenden vier Nächte. Das Zelt selbst hat eine gute Lage mitten im Busch. Jedoch ohne Ausblick, aber wer braucht den schon, wenn man doch meistens auf Gamedrive unterwegs ist.

Ausreichend Platz gibt es vor dem Zelt zum Grillen, das Zelt bietet den Übernachtungsgästen einen vollständigen Moskitoschutz mit eigenem Moskitonetz pro Bett. Insgesamt war das Safari-Zelt sehr gut gepflegt und wird von uns gern weiter empfohlen.

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Kurz orientiert, bevor das Tageslicht ganz verschwindet und schon war der Grill angeworfen. Eine Taschenlampe ist ein unbedingtes Muss, zumal es auch hier Wildtiere unterschiedlichster Kaliber gibt. Zwar existiert ein Zaun um das gesamte Camp, damit Elefanten nicht durch's Camp laufen, aber kleinere Tiere wie Warzenschweine, Impalas oder auch Hyänen haben 'freien Eintritt'.

Die ausgesuchte Boerewors war lecker und dank Grillanzünder hatte die Grillkohle auch schnell die richtige Temperatur erreicht, so daß dem ersten Abendessen unter dem Sternenzelt in Kwazulu-Natal nichts im Wege stand.

Natürlich war es nun schon richtig dunkel geworden, so daß wir die Geräusche im Unterholz nicht so richtig deuten konnten. Dank Taschenlampe war der Verursacher aber schnell gefunden. Eine sehr junge Hyäne kam am Zelt bzw. Grill vorbei. Aber die Wurst hatten wir bereits gegessen. Da war wohl jemand zu spät dran...
Das Beleuchten mit der Taschenlampe hat das Tier wohl nachhaltig (ich liebe dieses Wort!) verschreckt, denn sie kam auch an den folgenden Abenden nicht wieder vorbei. Auch hier war die Kamera nicht griffbereit, deshalb auch von dieser Hyäne kein Foto...

Strom gibt es von 5-22 Uhr, für die Nachtstunden standen zwei Petroleumlampen zur Verfügung. Das seperate Küchenzelt ist gegen den (ungebetenen) Besuch durch Baboons dreifach gesichert, selbst die Küchenschränke und der Kühlschrank haben Riegel zum Schutz vor den 'Wilddieben'...

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Alles in Allem war unser Zelt sehr sauber gepflegt. Zwar keine 5 Sterne, aber für das Leben im Busch als Selbstversorger ideal eingerichtet und das zu einem unschlagbaren Preis von R 770,- pro Nacht und Zelt.

Bei den typisch nächtlichen Geräuschen Afrikas war man schnell im Reich der Träume angekommen. Und da gab es dann Elefanten, Giraffen, Nashörner, Büffel, einem Wasserwaran und Geparden zu sehen. Aber dazu in den Berichten der nächsten Tage mehr...

 

Tag 2: iMfolozi Park
Tageskilometer ca. 50km

Die Nacht war sehr, sehr zeitig zu Ende. Tiere schauen, bedeutet wohl immer früh aufstehen... Es sei denn man besucht einen Zoo.
Und im iMfolozi geht die Sonne auch noch eine Stunde zeitiger auf als in Kapstadt. Nun denn, eine paar Leckerlis eingepackt - der Kaffee wurde mir von meiner besseren Hälfte um die Uhrzeit glatt verweigert... und ab zum Auto.

Ich hatte ja die leise Hoffnung, das die Warnleuchte vielleicht auch kaputt gegangen wäre, Fehlanzeige. Ein schönes, sattes Gelb begrüßte uns an diesem Morgen. Und zwar permanent! Für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 oder besser 10km/h im Durchschnitt sollte es doch hoffentlich reichen!
Da musste unser kleiner Grauer dann durch, denn schließlich wollten wir auf unseren Selbstfahrer-Gamedrive nicht verzichten.

Kurz nach 5:00 Uhr waren wir über das Camp-Tor hinaus und wieder über den grünen Farbton im Park sehr beeindruckt. Sonne satt bei den vorhergesagten bis zu 30°C für diesen Tag. Nicht schlecht für Mitte Januar, d.h. nicht zu heiß....!!

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Elefanten soll es hier ja auch geben - Überall stehen Warnungen vor der Wildheit der Elefanten hier. Im Addo waren die doch sehr relaxed!?

Am gegenüberliegenden Berghang war dann auch schon eine Herde zu sehen.

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Giraffen und Zebras waren ebenfalls schon kurz nach dem Camp in Sichtweite.

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Unsere persönliche Elefantenherde gab es dann bereits nach ca. sieben Kilometern, kurz hinter Kreuzung 12 in Richtung Bekapanzi Pan. Da sind wir ja nicht weit gekommen. :-)

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Herrlich, den Tieren bei ihrem morgendlichen Treiben zuzuschauen. Wie sich die Youngsters um die Babies kümmern usw. Das waren bestimmt 30 Minuten, wenn nicht mehr, die wir die Elefantenherde beobachten konnten. Schließlich war unsere Straße ja blockiert. Und unser kleiner Grauer war doch eben sehr 'Klein' im Vergleich!

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Zwei Bullen haben sich anschließend zu der Herde hinzugesellt, bevor alle im Busch verschwunden sind und die Pad wieder frei war.

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Als nächstes Ziel haben wir uns den Sontuli-Loop auserkoren, der nur als Einbahnstrasse zu befahren ist - von Kreuzung 15 an in Richtung Norden! Die Strecke kann zwar auch mit einem PKW befahren werden, aber bei den vom Regen ausgewaschenen Rillen ist ein geländegängiges Fahrzeug doch die besser Wahl.

Hier gab es endlich mal wieder einen Dung Beetle mit einer Riesenkugel von 10-12cm Durchmesser in Aktion zu sehen. Üblich sind Kugeln mit ca. 5 cm. Das Weibchen obenauf wurde gleich mit transportiert. Muss doch wie Karussellfahren für die Dame des Hauses sein...

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Und endlich, am Wegesrand standen zwei Nashörner unter den schattigen Bäumen und waren am Grasen. Die schiere Größe ist einfach phänomenal.

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Impalas gab's auch.

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Das Jugendcamp war eröffnet...

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Anschließend ging es dann gegen 11 Uhr wieder zurück ins Camp, mit den vielen Eindrücken im Gepäck bzw. in der Fotokamera. Dort wurden wir von einer Impalaherde und einer Warzenschweinfamilie, die sich direkt neben den Cottages nieder gelassen hatten, begrüßt.

Ein Zebra war besonders clever, kennt man sonst gar nicht, und hat sich den schattigen Standplatz unter dem Dach von einem Cottage gesichert. Manche Leute binden Ihre Pferde vor der Haustür an, diese Cottagebewohner ein Zebra. Nun, ein Jeder nach seinem Geschmack...


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Übrigens auch Trinkwasser hatten wir am Vortag bei PnP eingekauft, zum Trinken UND zum Kochen.
1. Gibt es kein Trinkwasser im Camp - wie wir erfahren durften (entsprechende Schilder in der Küche) und
2. der Kaffee schmeckt einfach besser, wenn sich jemand findet der welchen aufbrüht. :-).

Danach eine Mütze Schlaf nachgeholt bevor es schon um 15 Uhr wieder zum abendlichen Gamedrive losging. Mag ein wenig zeitig gewesen sein, aber was soll man bei Sonnenschein im Zelt sitzen. Schließlich wollen wir Tiere sehen. Unsere Ungeduld wurde auch umgehend belohnt, mit zwei Nashörnern am ersten Wasserloch in Richtung Mpafa Hide.

An einem weiteren Wasserloch gab es eine Impalaherde, gemeinsam mit ein paar Zebras und drei Warzenschenweinfamilien. Das müssen so um die 11-12 Tiere gewesen sein. Jedenfalls putzig anzuschauen, die erwachsenen Warzenschweine mit je zwei Kleinen.

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Insgesamt gesehen kann man den Januar als Reisezeit sehr empfehlen, zumal die Tier-Kiddies besonders zahlreich unterwegs sind.

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Warzenschweinjunge

Am nächsten Wasserloch gab es ein monströses Rhino, badend im Wasser.

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Die Tiere sind doch sehr schreckhaft, denn als ein anderes Fahrzeug vorbeikam ist es sofort aufgestanden und von der Strasse weggetrabt. Es scheint nicht so recht zu wissen, ob jemand kommt um zu fotografieren oder vielleicht sein Horn absägen will. :-(

Auch die gefiederte Fraktion kommt im Park nicht zu kurz.

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Danach ging es weiter mit einem Giraffenbullen direkt auf der Pad, und da war es wieder das Jurassic Park-Feeling. Selbst wenn ich mich jetzt wiederhole: Wie aus einer anderen Welt.

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Am Mpafa Hide war direkt am Eingang ein schwarzer, leicht gekringelter 'Stock' zu sehen. Der wurde mit der Zeit nur immer kürzer...
Keine Ahnung welcher Art die Schlange war. Das kostete aber auf jeden Fall Überwindung danach überhaupt weiter zu gehen um in den Unterstand zu kommen.  Zum Glück war die Schlange ihrer Wege gezogen.
Am sogenannten 'Wasserfall'  war nichts los. Nicht mal Wasser... Also zurück zum Auto und den Fussweg von vielleicht 100 Metern jetzt mit anderen Augen gesehen. Gibt es doch noch mehr Schlangen hier? Auf jeden Fall bekamen wir keine weitere zu Gesicht.

Noch kurz ein paar hundert Meter in Richtung Abzweig 25 weiter gefahren. Dort saß ein Baboon-Familie in einem Baum mit ihren Kleinen. Auch hübsch, wenn alle Affen bei 3 auf den Bäumen sind...

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Auf dem Rückweg kamen wir an unserer heutigen "Nachmittagsgiraffe" erneut vorbei. Das Fotografieren und Bestaunen dauerte dann doch etwas länger, so daß wir erst kurz vor 19 Uhr wieder im Camp waren. Dort begrüßten uns wieder die Impalaherde und eine Nyalaherde gab's als Zugabe noch obendrauf. Ein White-necked Raven war, zumindest in der Größenklasse, die letzte Sichtung für heute.

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Handyempfang ist im Mpila Camp übrigens vorhanden, so daß man sogar im Internet surfen konnte. Langsam zwar, aber Ok für die Umgebung.

Nachdem die gelbe Warnleuchte den ganzen Tag fleißig ihren Dienst verrichtet hatte, war ein Anruf bei der Autovermietung fällig. Also die zentrale Notrufnummer gewählt und auch gleich einen dienstbeflissenen Mitarbeiter erreicht. Mit dem Begriff "Schlu-Schluwie" - Nationalpark konnte der junge Mann beim besten Willen nichts anfangen, so dass er in seiner Verzweifelung nach dem nächstgelegenen, größeren Ort fragte. Cleverer Bursche. Danach wurde ich mit der dortigen Vermietstation in Richards Bay verbunden.

Einen Termin zum Tauschen für den kommenden Mittag war schnell vereinbart, und zwar an dem Haupteingang zum Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark an der R618! Das wird noch ein kleine Rolle spielen...

Das Straussensteak vom Grill war auch ohne Besuch einer Hyäne sehr lecker!

Während wir im Dunkeln gegessen hatten, war eine Spinne sehr fleißig. Diese hatte begonnen ihr Netz direkt vor unserem Zelt zu spannen.
Es war zwar bislang nur ein Faden zu sehen, der jedoch fest wie Angelschnur. Der Faden war an der Holzbrüstung festgemacht und so stabil, dass er nur mit Hilfe eines Küchenmessers - in Ermangelung einer Kreissäge :-) - zu durchtrennen war. Dazu musste man den Faden direkt auf dem Holz bearbeiten und durchschneiden. Ok, schließlich soll ja die Beute darin halten...

Genug Erlebnisse für diesen ersten vollen Tag im iMfolozi. Moskitonetz aufgespannt und wieder von den Tieren im Park geträumt.

 

15.1.2013 - Tag 3

Tageskilometer: ca. 140

Heute ist der Gamedrive am Morgen ausgefallen. Es hat zwar nicht geregnet aber wie vorhergesagt ist es durchgehend bewölkt und ohne Sonnenschein ist das mit dem Fotografieren immer so eine Sache. Also noch einmal mit dem Autovermieter telefoniert und den Autotausch vereinbart. 12 Uhr am Maingate an der R618 (Achtung Lautschrift: „Arrr six one eight“). Alles ok. Der Fahrer ruft an, wenn er am Gate ist. Also schnell eine neues Tagesziel auserkoren. Unsere ursprüngliche Planung sah bereits vor, dass wir mindestens an einem Tag auch den Hluhluwe-Teil besuchen wollten. Das passt also.

Gemütlich gegen 9:00 Uhr gestartet, diesmal gab es Kaffee zum Frühstück, und eine ‚Nachbarin‘ von einem anderen Safari-Tent bei der Ausfahrt getroffen. Sie ist mit Tochter auf "Katzenjagd", hat aber auch an diesem Morgen keine gefunden. Da wir uns gestern an einem Picknickplatz unterhalten hatten, wusste sie von unserem Ziel Rhinos hier zu sehen und so konnte sie uns sagen, dass es an diesem bewölkten Morgen am Sontuli Loop insgesamt 12 Rhinos gab. Etwas frustriert ging es danach die asphaltierte Straße zurück zum Nyalizi Gate an der R618, dem Einzigen an dieser Straße. Inzwischen hatte man ja ein bisschen Übung im Schlagloch-Ausweichen…

Kurz vor der Masinda Lodge entdeckte mein Ausguck auf der Beifahrerseite eine kleinere Büffelherde mit ca. 15 Tieren. Diese waren sehr aufgeregt, kamen aus einem bewaldeten Tal (vielleicht war dort ein Raubtier) und wollten unsere Straße queren. Da wir jedoch den besten Fotoplatz bereits eingenommen hatten und die Tiere damit querab zu sehen waren, standen wir mit unserem grauen Wagen voll im Weg. Die Farbe erinnert doch sehr an Nashorn oder Elefant, aber eben nicht an ein „Feuerrotes Spielmobil“…

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Die Büffelherde hielt kurz inne und lief dann ein bisschen nach vorn. Jetzt war für unsere Foto-Ambitionen aber ein Busch im Weg, deshalb sind wir auch ein wenig nach vorn gerollt – und wir standen erneut im Weg. Jetzt wurde es den ‚Biestern‘ dann doch zu bunt. Schließlich haben sie hier Hausrecht und davon machte man nun Gebrauch! Gemäß dem Motto ‚auf sie mit Gebrüll‘ kam Bewegung in die Herde und das direkt auf uns zu. Da die Straße leicht bergan ging konnte ich das Auto, trotz bereits eingelegtem ersten Gang, rückwärts rollen lassen um uns hinter einem Busch zu „verstecken“.  Aber Pustekuchen, unser kleiner Grauer stand jetzt auf der Abschussliste der bis zu einer Tonnen wiegenden Kolosse! Je weiter wir zurückfuhren, desto weiter drehte die Büffelherde auf uns zu. Wir waren das Ziel!!! Und so eine Herde in Bewegung frontal auf uns zu, da war der Adrenalinspiegel schnell am steigen…

Ok, so ein Büffel ist bestimmt schneller als ein – in der persönlichen Wahrnehmung sehr zusammengeschrumpften – Daihatsu, zumal im Rückwärtsgang…
Also Vollgas – der erste Gang war ja noch drin – und mit quietschenden Reifen Fersengeld gegeben. Alles eine Entscheidung von Millisekunden. Wenn so eine Büffelherde durch das Unterholz bricht dann war das vielleicht eine Strecke von knapp 50 Metern, die in dieser Situation ewig lang wird…
Ein Beweisfoto gibt es auch:

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Im Rückspiegel war dann nur zu sehen wie die Büffel im Galopp über die Straße hinweg galoppiert sind. Die waren so in Panik, dass sie gleich weitere 300 Meter den Berg hinaufgelaufen sind und hinter dem Bergkamm verschwunden waren. Was für ein Spuk!
Unberechenbar diese Büffel!

Als ‚Entschädigung‘ gab es am Berghang eine weitere riesige (ruhige) Büffelherde mit mehr als 100 Tieren zu beobachten. Auf diese sind wir zuerst nur durch die weißen Vögel aufmerksam geworden. Die Herde blieb dann vor dem Tal – aus dem unserer wilden Büffel gekommen waren - doch recht abrupt stehen. Irgendetwas muss auch deren Witterung aufgefallen sein.

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Nach einigen Fotos ging es dann zum ‚Interpretive Center‘ um mit einem Kaffee den überlebten 'Büffelangriff' zu feiern. Der dortige Crafts Market ist gut bestückt und einige Touristen haben sich ein paar typisch afrikanische Souvenirs gekauft.

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Am Nyalazi Gate angekommen, kam auch ein Daihatsu vorgefahren, aber das waren nur andere Parkbesucher. Jetzt klingelte das Telefon und der Fahrer teilte mit, dass er jetzt am Main Gate angekommen sei. Trotz intensiver Suche haben wir jedoch keinen Fahrer gesehen! Also wieder angerufen, keine Verbindung sondern nur Mailbox. In Richards Bay bei der Vermietung angerufen, ja der Fahrer ist am Main Gate vom Hluhluwe-Park! Ok, also dem Memorial Gate ganz im Norden - ca. 40km von uns entfernt! Na prima, weitere Kilometer mit leuchtender Motorwarnleuchte. Nur als Hinweis, Richards Bay liegt südlich vom Park, also auch für den Fahrer ein riesen Umweg…
TIA. Keine Chance was zu ändern, sondern die Situation meistern. Und weiter geht’s. Nach ein paar hundert Metern noch auf die Idee gekommen, dem Fahrer eine SMS zu schicken. Schließlich hatten wir ihn ja nicht erreicht. Nur leider gab es hier bereits kein Handyempfang mehr. Also langsam zurück zum Gate, SMS versendet und los.

Bei Ausnutzung der maximal zulässigen Geschwindigkeit sieht man dann nur die wirklich großen Tiere im Park. Im Hluhluwe-Teil kamen wir an einem Elefantenbullen vorbei. Auf dem kürzesten Weg zum Memorial Gate ist die Straße leider auch nicht besser.
Drei Giraffen haben wir gemeinsam mit einer Gamedrive-Gruppe vom Hilltop gesehen. Die Tiere sind doch echt neugierig was sich in dem großen grünen Auto so bewegt. Wir wurden einfach ignoriert, hatten dafür jedoch die kleine Zebraherde fast für uns.

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Kurz vor dem Gate sind wir dann auf eine Truppe Bauarbeiter getroffen - 10 Leute reparierten hier ohne Maschinenunterstützung die Straße. Wie lange die wohl brauchen werden für die gesamte Strecke im Park? Das kann nur Jahrzehnte dauern und sah mal wieder nach einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aus.
Gleiches gilt wohl auch für das sogenannte ‚Alienprogramm‘, für das 50 Mio. Rand im Zeitraum von 2002-2007 ausgegeben wurden um 60.000ha der Parkfläche von Pflanzen zu befreien, die dort ‚original‘  nicht hingehören. Dass diese in der Vergangenheit von Menschenhand im Park erst angepflanzt wurden versteht sich von selbst. Auch das dieses Programm fortgesetzt wurde.

Zwei Warzenschweinfamilien mit ihren Jungen standen am Straßenrand und waren nicht zu übersehen.

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Gegen 13 Uhr haben wir dann endlich den Wagen getauscht – ab jetzt waren wir ‚ganz in Weiß‘ unterwegs.  Der freundliche Fahrer war auch froh, dass wir uns endlich 'gefunden' hatten. Auch hier gibt es einen Handwerkermarkt mit einem imposanten Leberwurstbaum davor. Die Früchte werden gern von den Pavianen gefressen.

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Neues Ziel für den Nachmittag und einem Kaffee mit Kuchen war jetzt das Hilltop Camp. Am Abzweig 17 haben wir als kleinen Umweg die Pad in Richtung #16 genommen. Landschaftlich sehr reizvoll mit  sehr grüner Vegetation. Bewusst ging es sehr langsam vorwärts und wurde mit der Sichtung unseres ersten Wasserwaran‘s belohnt.

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Webervögel gibt es auch, hier ein Village Weaver. Eine Pavianfamilie saß direkt auf der Straße.

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Auch einem Dung Beetle mit seiner Kugel, diesmal in normaler Größe, konnten wir lange zusehen.

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Grillen gab es hier auch.

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Leider gab es keine weitere Sichtung von großen Tieren auf dem landschaftlich sehr zu empfehlenden 'Umweg'.
Im Restaurant des Hilltop haben wir uns dann zwei Cappuccino gegönnt und ein Kuchenstück versüßte das Dolce Vita bei dem grandiosen Ausblick. Im Park sahen wir ein Feuer welches das Gesamtbild störte.

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In dem gut sortierten Laden kann man neben T-Shirts auch Lebensmittel und Wein käuflich erwerben. Für alle die in Zukunft hier übernachten wollen anbei die Tafel mit den Zimmernummern.

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Kurz nach 16 Uhr sind wir dann mit unserem weißen Neuen in Richtung Süden aufgebrochen. Einen kleinen Umweg über die Pad am Abzweig 7 haben wir uns gegönnt und sind durch den Busch in Richtung Seme Lookout gefahren. Auch drei andere Fahrzeuge folgten, die kurz hinter uns hier entlang fahren wollten. Erster Stopp auf diesem Loop war ein Besuch des Thiyeni Hide, wo allerdings überhaupt nichts los war. Außer den Besatzungen der uns gefolgten Fahrzeuge war nichts zu sehen...

Aber wie immer, wenn man am wenigsten damit rechnet, kommt das Glück vorbei. Ok, es stand am Straßenrand. Eine Gruppe von drei Rhinos in bester Fotoposition. Perfekt. Nach ca. fünf Minuten sind wir dann weiter gefahren, schließlich wollten die Autos hinter uns auch schöne Fotos machen.

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Keine 500 Meter weiter stand dann eine Nashornmutter mit Nachwuchs am Straßenrand und wollte gerade die Pad queren. Selbst 35 km/h sind dann zu schnell. Vollbremsung. Der Kleine, noch im Schwung tapste natürlich auf die Straße. Vermutlich hätte er trotzdem gewonnen, bei der Gewichtsklasse...

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Nach ein wenig posieren für uns – Danke! - verschwanden die zwei langsam wieder im Busch. Aber bei ca. 2.000 Nashörnern im Park kann das doch noch nicht alles gewesen sein. Und tatsächlich, in der Ferne stand ein weiteres ausgewachsenes Rhino mitten auf der Straße.

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Am nächsten Wasserloch war dann noch ein Rhino und wieder eine Büffelherde.

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Das war also unser Büffeltag heute, zumal am gegenüberliegenden Berghang schon die nächste Büffelherde zu sehen war.

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Zum Glück sind die Büffel dann doch wieder zurück auf die Wiese, so dass wir ungehindert fahren konnten. Nach den Erfahrungen vom heutigen morgen (für uns) keine Selbstverständlichkeit!

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Langsam wurde die Zeit knapp und dann ein ‚Stadtmensch‘ vor uns schleichend… Glücklicherweise hat er unter dem Baum doch durchgepasst.

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Schließlich hatten wir an diesem Abend noch mehr als 40km zurück zum Mpila Camp zu fahren. Zeit wurde dann (wie jedes Mal) sehr knapp als dann zwei Rhinos am Wegesrand genüsslich grasten.

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Jetzt ist der dritte Tag auch schon vorbei und immer noch keine Katzen gesehen...

Kurz vor Toresschluss begrüßten uns am Mpila Camp wieder die Gruppen von Nyalas und Impalas. Das war bei dem Zeitdruck und dem Streckenzustand mit den vielen Schlaglöchern eine kleine Herausforderung. Hoffentlich wissen die Tiere in den Nationalparks inzwischen, dass man eine halbe Stunde vor Toresschluss nicht die Straßen queren sollte...

Nach den üblichen Abendtätigkeiten, Grill anwerfen etc. hatten wir nachts noch einen – für meinen Geschmack - etwas überdimensionierten Besucher am Zelt. Ein Käfer mit einer Länge von ca. sieben bis acht Zentimeter machte sich an der Gaze am Zelteingang zu schaffen. Das Bild ist leider nichts geworden.  Wer denkt, dass man solch ein Getier einfach verscheuchen kann, der irrt. Wir hörten ihn die ganze Nacht – jetzt auf dem Zeltdach – wohl beim Versuch das Dach durchzubeißen…

 

Tag 4: 16. Januar 2013

Der heutige Safari-Tag begann wieder um 4:30 Uhr mit dem Weckerklingeln. Eigentlich war ein Morning-Drive geplant nur der andauernde Landregen machte uns einen Strich durch die Rechnung. Ausschlafen war also angesagt, zwar nicht ideal aber auch nicht schlecht. Frühstück gab es unter dem Vordach des Safari-Zeltes. Camping hat auch seinen Charme in der Wildniss.

Gegen 10 Uhr hat der Regen dann nachgelassen und um 11 Uhr war das Auto mit den nötigen Utensilien für die Fotosafari bestückt. Heute sollte es einmal in den nordwestlichen Teil des iMfolozi Nationalparks gehen.

Unsere erste Sichtung waren zwei Büffel, die genüßlich Schlammbad zur Abkühlung genommen haben. Am Abend bei unserer Rückfahrt sollten wir sie an der selben Stelle wiedersehen, dann fressend.

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Auch Giraffen gab es an diesem Vormittag wieder zu bestaunen. Oder war es anders herum?

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Diese, 'unsere' Giraffe lief fast eine halbe Stunde auf der Pad vor uns her. Immer wieder Ausschau haltend nach Artgenossen.

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Impalas mt vielen Jungtieren gab es in dieser Region des Parks ebenfalls.

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Absolutes Highlight war diese Zebramutter mit Ihrem Nachwuchs. Einfach putzig der Kleine. Und immer schwierig ein gutes Foto zu machen, da ständig in Bewegung. Nach mehr als 30 Minuten hatten wir aber unsere Bilder im Kasten als auch in unserer Erinnerung.

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Meister Adebar war auch zugegen.

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Am Okhukho Loop trafen wir dann auf einen ausgewachsenen Kudubullen, der sich jedoch sehr gut im Busch verstecken konnte.

Dafür stand etwas später der Nyala-Bock für ein Foto bereit.

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An dieser Stelle gab es auch noch Zebras und Impalas mit vielen Jungen. Einer davon war besonders mutig. Er (vermutlich) blieb einfach auf der Pad stehen. Der Dreikäsehoch konnte zwar kaum über die Motorhaube schauen, aber selbst der Abstand von nur 50cm hat ihn überhaupt nicht irritiert. Stattdessen bekundete er lautstark, dass es hier für uns wohl nicht weitergehen würde.

Man muss sich die Situation einmal vorstellen, so ein kleiner Impalanachwuchs steht vor einem großen (weißen) Auto und ruft: "nööö, nööö"

Einfach zu putzig! Die anderen Tiere der Herde war schon langsam an den Wegesrand gelaufen und hatte die Pad frei gemacht. Nur unser 'Held' ruft dauern: "nööö, nööö". Vor Lachen haben wir ganz vergessen ein Foto von dem "kleinen Großen" zu machen.

Erst als wir ein wenig von der Straße abgewichen sind, hat er sich auch von der Pad wegbewegt, so daß wir weiterfahren konnten. Zu putzig...

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Am Ngotsha Loop haben wir am Hide eine Pause gemacht. Eine sehr große Impalaherde war zugegen und auch die Rotschnabelmadenhacker waren gut beschäftigt.

Gegen Abend fanden wir dann noch eine Gnuherde mit zwei Jungtieren. Da es jedoch wieder leicht zu regnen begann und die Tiere in einiger Entfernung verbleiben, blieben die Fotos etwas blas. Eigentlich wollte die Herde zu einem Wasserloch (bei Abzweig 13). Allerdings hatte sich dort ein Nashorn den Patz bereits reserviert und lag ruhig im kühlenden Element.

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Nach insgesamt acht Stunden Gamedrive waren wir zurück im Camp und haben unsere letzten Fleischvorräte gegrillt.

 

Fünfter und letzter Tag

Nachdem es die letzten zwei Tage leicht bewölkten Himmel mit Regenschauern gab, hatten wir heute blauen Himmel mit strahlendem Sonnenschein. Für einen Abfahrtstag nicht schlecht.

Also hat auch heute wieder der Wecker um 4:30 Uhr geklingelt. Hoch motiviert, schließlich sind wir hier und wollen ‚wilde Tiere‘ sehen. Das Reisegepäck war schnell verstaut und Frühstück sollte es erst unterwegs geben. Gesagt getan. Beim Verlassen unseres Zeltes haben wir dann wieder ‚unser‘ Warzenschwein gesehen. Es hatte sich unter dem Küchenzelt ein gemütliches Nachtlager gebuddelt. Und obwohl die Sonne bereits über die Berge schaute hat das Warzenschwein noch geschlafen. So hatten wir die Gelegenheit es aus nächster Nähe zu beobachten,  da der Kopf – wohl aus Sicherheitsgründen – hervor lugte. Irgendwann wollten wir dann doch weiter und das Warzenschwein wachte doch noch auf. Dann gab‘s aber Fersengeld. Es hatte wohl doch Respekt vor den großen ‚Zweibeinern‘ direkt vor ihm.

Am Auto angekommen waren auch die Impalas zugegen, die direkt zwischen den Zelten bereits auf Futtersuche waren. Den Tieren ohne Tarnung nahe zu kommen – um schöne Fotos zu machen - war nicht möglich, so ein Auto hat dann doch seine Vorteile…

Als Strecke für den heutigen Morning Drive hatten wir uns erneut den Sontuli Loop herausgesucht.  Schließlich wollten wir auch heute wieder Nashörner sehen. Aber der Reihe nach.

Zuerst haben wir die große Elefantenherde in der Nähe von der Bekapanzi Pan wieder gefunden. Die bewegten sich im Busch und waren von der Straße kaum wahrzunehmen. Im Vordergrund hatten wir das Glück eine kleine Herde Impalas zu sehen, die gerade beim Frühsport waren. Die Halbwüchsigen brachten den ganz Kleinen das schnelle Laufen und Springen bei. Und das sah aus wie in einem Stadion, da ein Endpunkt ein Gebüsch war um das es immer wieder herum ging.

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Klasse, solch eine Beobachtung  am frühen Morgen war mal wieder sehr beeindruckend. Auch hier bestätigte sich erneut, dass jede Tierart ihre Eigenheiten hat und es sich auch lohnt beobachtet zu werden und nicht immer nur die großen Tiere.

Am Sontuli Loop gab es dann auch wieder Kudus im Gebüsch und wir haben auch viele Spuren der Nashörner gesehen. Leider nur die Spuren. Rhinotoiletten auf der Pad, herunter getrampeltes Gras, nur die Tiere waren für uns nicht sichtbar.

Dafür gab es eine weitere Büffelherde mit ca. 50 Tieren. Es war spannend zu sehen wie sich ein paar der Büffel am Rand der Gruppe positionierten und die Fahrzeuge beobachteten.  Inzwischen war unsere Kolonne auf vier Autos angewachsen.

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Anschließend ging es gemütlich weiter, immer noch auf der Suche nach einem Nashorn für den heutigen Tag. Und da war es, hinter einer Biegung in einem kleineren Wasserloch direkt an der Pad. Durch den gestrigen Regen war diese Senke noch feucht und das ideale Quartier für das einzelne Rhino. Leider hatten wir das Tier doch erschreckt, so dass es ziemlich zügig auf den Beinen war und sich hinter ein paar Büschen versteckt hat. Das Bild im direkten Gegenlicht ist deshalb auch nicht so richtig geworden.

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Danach gab es gleich nochmal doppeltes Rhino-Glück. Ein Nashorn mit Jungtier war in ca. 100 Metern Entfernung zu beobachten, was wir auch ausgiebig taten.

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Ein Elefantenbulle war auf der Ebene auch zu sehen.

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Langsam wurde es Zeit den Park zu verlassen, da wir heute noch bis zum Flughafen in Durban wollten. Vielleicht noch einen Kaffee am Centenary Center, kurz vor dem Parkausgang  trinken und ein wenig die Beine vertreten, aber aus dieser Planung wurde mal wieder nichts.

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Unsere Gnuherde von gestern Abend war heute direkt am Straßenrand und die kleine Gruppe direkt in Fotografierlaune. Aber wie immer wenn es am Schönsten ist kommt ein Auto, diesmal mit Rangern vollgepackt, macht richtig Krach und schon sind die Tiere verschreckt und verziehen sich im Busch. Danke!

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Zwischen dem Mpila Camp und der R618 gab es heute auch ein paar Tiere zu sehen. Zuerst steht mitten auf der Straße ein Giraffenmännchen. Nur dass er hinter einer Straßenbiegung stand und nicht sichtbar war. Und auch bei einem solchen Tier sind die erlaubten 40km/h im Park recht schnell.  Wir haben die Giraffe nicht überfahren, das wäre wohl auch etwas schwierig bei der Höhe.  Auf jeden Fall haben wir sie wohl etwas erschreckt, so dass sie es vorgezogen hat wieder langsam in den Busch zu laufen.  Ein schönes Foto ist jedoch dabei herausgesprungen…

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Den Park hatten wir uns herausgesucht um Nashörner in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Ein paar Katzen wären natürlich auch ganz nett gewesen, zumal andere Besucher sogar Löwen im Baum gesehen hatten.

Dank meines Ausgucks hatten wir dann doch kurz vor Verlassen des Parks doch noch Katzenglück! Wieder in der Nähe der Masinda Lodge bewegte sich im hohen Gras etwas. Nach einer längeren Wartezeit bewegte sich die Katze auch wieder, so dass wir sie jetzt sehen konnten. Trotz Fernglas und Teleobjektiv war es nicht einfach das Tier zu identifizieren. Erst nach geraumer Zeit stand zweifelsfrei fest, dass wir einen männlichen Gepard gefunden hatten. Was für ein Glück, klar dass die geplante Kaffeepause kein Thema mehr war.

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Über eine halbe Stunde konnten wir den Gepard beobachten bis es ihm wohl zu warm wurde und er sich auf die Suche nach einem neuen schattigen Plätzchen machte. Dabei fiel uns auf, dass das Tier stark humpelte und verletzt sein musste. Nach ca. 200 Metern war der neue Schattenplatz erreicht und der Gepard von der Straße aus nicht mehr zu sehen.

Voll mit den Eindrücken des heutigen Morgens ging es dann die letzen 10 km in Richtung  Eingang. Und auch diesmal verabschiedete uns ein Elefant aus dem Park. Immer wieder herrlich diese stolzen Tiere zusehen.

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Nachdem wir am Nyalazi Gate unsere heutigen Tiersichtungen am Board vermerkt hatten ging es dann in Richtung Durban zurück,  wo wir nach gut zwei Stunden problemlos wieder angekommen sind. Zusammenfassend kann man doch sagen, dass der Besuch in Hluhluwe-iMfolozi National Park mal wieder die richtige Entscheidung war. Speziell die vielen Tiersichtungen haben die Anfahrt auf jeden Fall gelohnt.