Anfang März 2013

1. Tag: Upington - KTP Camp Urikaruus (Chalet no. 1)

So, nun geht es endlich los. Nach 11 Monaten sind wir wieder im KTP und hier gibt’s unsere Erlebnisse und Tipps.
Wir starten gegen 7:30 Uhr in Upington und mit einem Tankstopp zieht sich die Fahrt drei Stunden bis zum Twee-Rivieren-Gate. Nach dem wir unseren ‚Laufzettel‘ abgeholt haben, stand noch der Shop für Grillkohle und Wein auf der Liste.

Ups – die Sichtungstafel ist ja ganz leer. Gibt’s dieses  Jahr gar keine Tiere ?!  Doch da, ein einsamer roter Punkt in Rooiputs zeigt Löwen. Wie wir alle wissen sind die tagsüber recht ortsansässig  - also sofort hin.

Da stehen Oryx, Gnu, Red Hartebeest, Springbock friedlich im Tal beieinander. Strauße picken in den Hügeln und ein weißes Auto hat zwei große Objektive ausgefahren. Aber so sehr wir uns bemühen in deren Richtung sehen wir nur Schakale – viele Schakale – mehr als 20. Aber da – rechts – auf der anderen Talseite liegen sie – ein Löwe und noch ein Löwe und weiter weg noch zwei Löwen. Und da noch einer etwas versteckt. Hey, das macht 5 Löwen innerhalb der ersten Stunde im Park.

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Als sich später einer der 5 bewegt und wir in seine Laufrichtung fahren, finden wir noch einen Löwen mit prallem Bauch. Macht also in Summe als wir weiterfahren – sechs vollgefressene schlafende Löwen unter einem Baum.

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Nur zur Vollständigkeit – an den Resten der Mahlzeit (ein Oryx) fressen sich die Schakale satt. Es liegen noch weitere Skelette verstreut um das Wasserloch. Was mich gleich mal kurz abschweifen lässt. Für uns sieht der Park dieses Jahr sehr trocken aus. Es gibt in den Tälern kein Gras mehr und auch die Büsche sind nur halb so hoch und abgefressen. Ganz anderes letztes Jahr, da stand das Gras 1m hoch und es war unten noch grün. Wir erlebten für uns einen ganz anderen Park. Am Anfang war es ziemlich beängstigend – so trocken, so kahl – die armen Tiere – was fressen die nur (na ja – wir Deutschen wollen am liebsten gleich Heu ranschaffen). Erst später merken wir, welch Glück für uns, da Tiersichtungen (vollständig oder nur Reste) viel besser sind. Tja, diese Saison wird noch auf den Regen gewartet – aber bitte erst wenn wir weg sind – oh, sorry – wieder so eigensinnig von mir.

Von Rooiputs ging es über den Leuwdril 4x4 Trail (Permit 180 Rand in Twee Rivieren gekauft) Richtung Auob-Tal. Die 13 km sind landschaftlich sehr, sehr schön. Tiere ? – nur ein totes Eland ist von der seltenen Wanderung im Frühjahr 2012 übriggeblieben (die Letzte war 2007). Als Tausende von Elands aus Botswana kommend in den Süden gezogen sind, alles Gras gefressen haben, viel Wasser getrunken haben und den Löwennachwuchs groß und kräftig werden ließen.

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Wasserloch Houmoed – auch Überreste der Elandwanderung

Wasserloch Monro – halt mal, da liegt doch was auf unserer Fahrspur. Na ratet mal – Löwen. Also wir zählen zwei Männchen – die sehen einfach toll aus, schöne Mähne, schöne Zähne, schöne Augen, schönes Fell – und ein Weibchen, nein zwei Weibchen. Macht in Summe 4 Löwen, die wir aus drei Meter Entfernung ausführlich betrachten können. Sie sehen so friedlich aus – bis ein Auto zu nahe kommt und der ausgewachsene männliche Löwe sein ganze Kraft und Wildheit zeigt, dass man vor Schreck erstarrt und der Adrenalinspiegel in die Höhe steigt. Also schön im Auto bleiben und doch nicht streicheln.

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Auf der Weiterfahrt Springböcke – was fressen die nur, ist doch gar nichts mehr da?

Wasserloch Auchterlonie - ein einsames Auto steht leicht schräg und der Fahrer schaut. Wir schauen auch, aber da ist gar nichts. Also hin, nichts wie fragen.

Ein junger Mann zeigt auf den ‚Leobaum‘. Dort in diesem großen grünen Baum – sieht aus wie ein Regenschirm – mit dichten Blättern ist eine Leopardenmutter mit Ihrem Nachwuchs. Den Kleinen hätte er schon mal ganz kurz gesehen. Was ein Leopard – ein Leopard. Ich könnte Freudensprünge machen – geht leider nicht in dem Auto mit Dach und raus hüpfen ist ja verboten. Mein erster Leopard ist da irgendwo in dem Baum auf der anderen Talseite. Also Schattenplatz gesucht (es hat inzwischen 40°C) und warten. Wir starren den Baum und den Baumstamm -was man davon sehen kann- an. 5 Minuten, 10 Minuten, 20 Minuten – die Augen werden müde. Also abwechseln – erst mein Schatz dann ich dann er dann ich – ups - ein Schatten – KAMERAaaaaa – da ist was – da am Baumstamm. Nach 10 Sekunden ist alles vorbei. Aber immerhin – mein erster Leopard. Sah eher kleiner und wirklich knuffig aus. Gut genährt und so schööööön gemustert.

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Aus heutiger Sicht würden wir sagen, es war die Mutter, die wir für ein paar Sekunden gesehen haben.
Aber wir müssen unsere Beobachtung abbrechen, um unser Camp pünktlich zu erreichen.

Unterwegs: ein ganz kleines Springbock-Baby, frisch ‚geschlüpft‘, versucht der Mutter zu folgen, die wackeligen Beine, der dünne Körper, aber sonst alles dran.

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Wasserloch Batulama – was liegt denn da in der Ferne unterm Baum – noch mehr Löwen?  Die Zählung endet bei Vier oder Fünf – wir einigen uns dann auf 4 Löwen.

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Wasserloch Kamqua – wie von Forumsteilnehmerin erfahren, gibt es wie letztes Jahr wieder Hyänen und richtig, da liegt was unterm Baum und schläft, aber wir müssen weiter.

Unterwegs: da sehe ich doch Beine rechts unterm Baum, und da noch mehr Beine, ja, wenn das mal nicht Giraffenbeine sind ?! – Ja, wirklich zählen wir sechs Giraffen. Meine Lieblingstiere aus einer anderen Welt. Sie sind so groß und sie laufen so, so – naja wie eine Giraffe halt. Jurassic Park lässt grüßen. Ich kann für heute nur winken und vereinbare mal für morgen einen Termin mit Ihnen - ob sie den einhalten können?

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Unsere heutige Unterkunft – Camp Urikaruus: Wir hatten so viel gelesen darüber. Ich hatte zwei Übernachtungen ergattert, letztes Jahr gab es den lokalen Leoparden. Es soll so toll dort sein. Die Erwartungshaltung war einfach riesig. Zunächst nur Aktivitäten – Auto ausräumen, Zimmer beziehen, Abendessen vorbereiten – dann Ruhe.

In der Dämmerung sehen wir drei Giraffen am Wasserloch, es kommen drei Gnus und gehen wieder, natürlich Schakale und das Wasserloch ist so nah. Es wird dunkel, das Flutlicht geht an und dann von rechts, da ist doch was, da rechts – wo? – da rechts – was? was? – eine Löwin kommt zum Trinken.

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Das Gefühl, welches den Körper durchströmt ist wirklich einmalig. Es ist der ‚Afrikavirus‘, der uns immer wieder in die Wildnis schickt. (Naja – inzwischen mit fließendem Warmwasser und Gefrierschrank). Trotzdem, die Gefühle in dem Moment, die Weite, die Dankbarkeit, die man empfindet, dies sehen zu können. Für den Augenblick steckt man im Hier und Jetzt und das sollte jetzt sechs Tage so weiter gehen. Es macht süchtig.

Im Mondlicht erscheinen nochmal drei Löwen (1 Männchen, 2 Weibchen) zum Trinken und haben meine Gefühlswelt so gefüllt, dass ich müde ins Bett falle – bis … tja, das gehört dann zum morgigen Tag.

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Tagestipp:
Wir wurden gleich für alle Camps eingecheckt. Somit müssen wir für die letzte Nacht von Gharagab nach Kieliekrankie nicht noch mal über Twee Rivieren fahren.


2. Tag – KTP Camp Urikaruus (Chalet no. 1)

Ich werde wach. Da raschelt doch was – links oben am Dach – 3 m Luftlinie von mir, die ich hier leicht bekleidet ohne schützende Bettdecke reglos liege. Ich lausche – meine Sinne sind wach. Das Geräusch breitet sich aus – es erweitert sich nach rechts – also in meine Richtung. Soll ich meine zweite Hälfte wecken?!  Ich lausche. Es wird noch etwas mehr – da ist irgendwas am Dach. Klingt es bedrohlich – nein – na gut.

Wenn ich schon mal wach bin, schauen wir mal auf den Wecker – tja, der Deutsche geht nie ohne Wecker in die Wildnis, schließlich will man 5:30 Uhr aufstehen. Wie das wohl die Neandertaler gemacht haben?

Ach ja, und wenn ich schon mal aufgestanden bin, kann ich noch mal aufs Wasserloch schauen. Ups, ah, wer streckt mir denn da seinen Allerwertesten zu – nein, doch ein LÖWE. Jetzt starten Aktivitäten in der Hütte.

Erstens – die zweite Hälfte sofort wecken – schnell ein Löwe, ein Löwe – erledigt
Zweitens – ‚Headlight‘ suchen, aufsetzen und auf Nachtlicht stellen – erledigt
Drittens – wo ist die Videokamera – wo haben wir die denn bloß abgestellt – ach hier - gefunden
Viertens – wo ist die Zweite Hälfte? – auch da, auch schon aufgestanden – gut so
Fünftens – Kamera übergeben - erledigt
Sechstens – wo ist die Taschenlampe mit Spotlight? – gefunden
Siebtens – Schiebetür leise, ganz leise öffnen

Und da bewegen sich zwei Menschen leicht bekleidet im Mondlicht auf eine hölzerne Terrasse, um die Löwin beim Trinken zu beobachten. Das mitten in der Nacht, kurz nach Mitternacht.

Der 7-Punkte-Plan war abgearbeitet und wir Beide sehr, sehr glücklich.

Da trinkt sie, die Löwin, und dann läuft sie, die Löwin, genau nach links in unsere Richtung. Wir folgen ihr mit der Kamera bis sie nicht mehr zu sehen ist.

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Und was jetzt ?? Zurück in die Hütte. Das Geräusch ist noch stärker geworden. Ein Blick aus dem großen Fenster zeigt es – Fledermäuse fliegen, fliegen und fliegen. Na gut. Aus Mangel an Alternativen legen wir uns wieder hin. Ich wandel das Geräusch in Regentropfen um, die auf das Dach prasseln, und bin ruck zuck wieder eingeschlafen.

Ich werde wieder wach. Es ist immer noch dunkel und der Wecker hat noch nicht geklingelt. Mein Fledermaus-Regen prasselt noch aufs Dach. Tja, ich suche mein ‚Headlight‘, aufsetzen, Nachtlicht anschalten. Der Wecker zeigt 5:00 Uhr. Schauen wir mal zum Wasserloch.

Ups, ah – da ist doch schon wieder eine Löwin. Gibt es denn das, träume ich. Also wieder 7-Punkte-Plan starten.

Erstens – die zweite Hälfte sofort wecken – schnell ein Löwe, ein Löwe – erledigt
Zweitens – ‚Headlight‘ suchen …… huch ist ja schon erledigt

Und ab hier kommt der Plan durcheinander, geht sofort zu Punkt Sieben über und wir stehen wieder leicht bekleidet auf dem hölzernen Balkon und schauen und schauen. Die Löwin läuft nach dem Trinken auch nach links und legt sich in Sichtweite zu uns neben einen Baum. Toll – schon ein komisches Gefühl sich irgendwie beobachtet zu fühlen.

Wir gehen wieder in die Hütte, der Fledermaus-Regen prasselt immer noch und wir legen uns erneut hin. Ich kann nicht mehr schlafen, stehe alle paar Minuten auf und schaue, ob die Löwin noch da ist.

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker und die Löwin ist nicht mehr da. Draußen weht ein kühler, sehr kühler Wind. Ich suche meine warmen Klamotten und gehe in die Küche – in voller Erwartung von Aktion am Wasserloch und einem wunderschönen Sonnenaufgang. Da sitze ich hier in Urikaruus im Windschatten der offenen Tür und was passiert – nichts.

Wirklich nichts – außer vielleicht Tauben. Die gibt’s auch in Rom oder anderswo. Sie fliegen und landen und fliegen in großen Kreisen und versuchen zu trinken und fliegen wieder auf und landen. Schwer zu zählen, aber es sind schon mehr als 200. Was stört die nur immer, so können sie nie in Ruhe trinken. Plötzlich ist etwas anders – ich erkenne einen größeren Vogel. Er verfolgt eine Taube. Es ist deutlich zu sehen. Die Taube ist zu langsam und von der Terrasse der Nachbarhütte kommt ein ‚Got it‘ – ‚Got it‘. Ein Falke (Lanner Falcon) hat sein Frühstück gefangen, landet damit in der Ferne und startet die Zubereitung. Naja, weitere Details spare ich mir.

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Gegen 9:00 Uhr starten wir zum Gamedrive.

Unterwegs: Ein Auto steht links– wir fragen. Zwei Vögel sitzen im Schatten. Wir halten und machen ein paar Fotos. Die Identifizierung ergibt zwei spotted Thick-knee.

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Wir finden unsere drei Giraffen vom Wasserloch gestern Abend und können minutenlang bei Ihnen bleiben. Giraffen, ja meine Lieblingstiere aus einer anderen Welt – ich kann sie ausgiebig und hautnah beim Fressen, laufen, wiederkäuen beobachten und das könnte den ganzen Tag so weiter gehen, bis wir alle Fünf (drei Giraffen und zwei Menschen) aufhorchen. Ein komisches Geräusch, gehört hier definitiv nicht hin in diese Stille. Eine hohe Frequenz, ein Pfeifen. Die Ursache ist ein Auto und die Passagiere geben noch tollere Geräusche von sich – ‚Oh look here‘ ‚Oh so quite‘ ‚Oh so beautiful‘ ‚Oh so amazing‘ ‚Oh so….‘ ruft die Beifahrerstimme in hoher weiblicher Tonlage. Na toll. Erst rollt diese ‚Oh so…‘ an uns vorbei nach vorne, dann rollt das pfeifende ‚Oh so…‘ wieder zurück. Tja, wir Fünf (drei Giraffen und zwei Menschen) beschließen, das Weite zu suchen.

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Wasserloch Kamqua – die Hyänen liegen faul unter Bäumen – o.k. also zurück ins Camp.

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Im Tal des Camps bei unserer Ankunft sehen wir eine Gnu-Mama mit ihrem frisch geschlüpften Nachwuchs. Die Mutter hat es sehr eilig und der/die Kleine kommt kaum hinterher. Naja, hier wimmelt es ja nachts nur so von Löwen. Also besser spurten.

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Aufräumen, Essen, Mittagsschlaf, Kaffee. Weiterhin nichts los am Wasserloch in Urikaruus !!.

15:30 Uhr – Wir starten Richtung ???  Richtung ??? – Leobaum !! Es sind ca. 30 km

Wasserloch Kamqua – die Hyänen liegen faul unter Bäumen – immer noch?! – also weiter

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Unterwegs: nichts – ganz selten mal ein Springbockmännchen und ein Gnu

Links ein Auto. Wir halten – wir fragen. Ein junges Paar aus Deutschland auf Namibia-Rundreise. Ach ja und da oben auf der anderen Talseite bei den Höhlen ganz links soll ein Leopard sein. Es wurde schon gesehen, wie er kurz am Höhleneingang geschaut hat. Wir quatschen weiter. Die Zwei sind den fünften Tag auf Ihrer vierwöchigen Tour. Wollen später noch in den Etoscha. Wir quatschen über Tiersichtungen und da – oben – im Augenwinkel - plötzlich – huscht was – von rechts – nach links – ganz kurz. Vorbei. Wir haben aber schön gequatscht.

Ok. Schluss damit. Wir parken unser Auto und schauen. Da huscht wieder was – von links – nach rechts. Ich kann es durch das Fernglas sehen. Es ist der Leopard und ich weiß jetzt wo sein Höhleneingang ist. Bilder gibt’s davon nicht. Ich erkläre meiner zweiten Hälfte ganz genau wo ich den Eingang lokalisiert habe. Wir schauen. Ich sitze links und habe die Kamera direkt im Fokus auf den Eingang – da, da schaut was. Ich starte den klick-klick-klick-Marathon des Auslösers. Neben mir wird es unruhig. Wo – fragt es? Na da am Höhleneingang. – Alles vorbei. Der Auslöser schweigt wieder. Leopard ist zurück in der Höhle.

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Ich zeige die Bilder meinem Schatz, der ganz verwirrt, den Höhleneingang wo anders gesucht hat. Die Bilder sind so süüüüüss. Ein kleiner knuffiger Leopard steht und schaut. Auch wenn es weit weg ist. Wir bleiben noch ein bisschen und schauen. Kamerafokus immer auf den Höhleneingang.

Da, wieder eine Bewegung - 17:30 Uhr. Diesmal läuft der Leopard den Hang hinab zu einem Baum und verschwindet dort. Wir haben ihn an diesem Abend nicht mehr gesehen, da wir zurück ins Camp mussten. Konnten den Standort jedoch noch an vier weitere Fahrzeuge weitergeben, die kurz vor Sechs aus dem Kieliekrankie-Camp kamen. Die Glücklichen. Wir werden in vier Nächten auch dort sein und dann kann ich hier noch eine Stunde länger stehen und hoffen, den Leopard etwas näher zu sehen.

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Aus heutiger Sicht vermuten wir, wieder die Leoparden-Mama gesehen zu haben. Sie sieht zwar über die Entfernung recht klein aus, aber … Gründe - dazu mehr am letzten Tag.

Unterwegs: ein kleiner Schakal am Bau, lässt sich fotografieren und verschwindet dann im Loch

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Wasserloch Kamqua – die Hyänen liegen faul unter Bäumen – immer noch?!

Ach nee, da kommt beim Nachwuchs doch Bewegung auf. Wir machen noch schnell ein paar Fotos aus der Ferne und huschen dann mit drei weiteren Autos ins Camp.

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Abends am Wasserloch – nichts los in Urikaruus. Nicht mal Tauben. Na warten wir mal die Nacht ab …

Tagestipp:

Für diese Reise haben wir uns zwei ‚Headlights‘ gekauft und sind restlos begeistert. In der Küche nutze ich das weiße Licht und kann toll alles sehen, was direkt vor mir ist. So bleibt die Deckenlampe aus und die Nachtstimmung wird nicht gestört. Beim Essen wechseln wir auf rotes Nachtlicht. Ist wie Candlelight-Dinner und so romantisch. Für uns – nie wieder ohne ‚Headlights‘, selbst wenn die Chalets Licht haben.

3. Tag – KTP von Urikaruus nach Nossob
Ich werde aus tiefem Schlaf geweckt und muss mich erst orientieren. Wo bin ich? Was ist? – Eine Stimme sagt „Löwengebrüll“. Und ja, jetzt, tatsächlich kann ich es auch hören.  Ja, ja  - richtiges Löwengebrüll in der Nacht – ich höre es. Es ist nur ein kleiner Schauer, der mir den Rücken vor Angst runter läuft. Mein Adrenalin entsteht aus Freude. Mein erstes nächtliches Löwengebrüll. Es bleibt ein Erlebnis für immer – und ich hoffe es noch mehrmals in meinem Leben hören zu können. Ach ja, es ist 0:10 Uhr und trotz Mondlicht ist nichts zu sehen von Löwen am Wasserloch.

Also wieder hinlegen. Der Fledermaus-Regen ist noch aktiv. Gebrüll ist immer wieder zu hören in dieser Nacht. Bisher haben nur alle anderen davon  berichtet. Jetzt höre ich es selbst. So einen brüllenden Löwen soll man ja bis zu 12 km weit hören. Die Wildnis hat mich erneut beschenkt. Löwengebrüll !!  Jetzt ist es  4:50 Uhr am Morgen und der Fledermaus-Regen ist weiter aktiv. Ach ja, und jetzt sitzt da doch glatt auch ein Löwe am Wasserloch. Ja, ja. Den ganzen langen Tag schlafen und uns die Fahrbahn versperren und dann nachts aktiv werden und uns den Schlaf stören. Trotzdem bin ich so dankbar und glücklich und zufrieden.

Wir packen alle unsere Sachen zusammen. Genießen noch ein gemütliches Frühstück mit Sonnenaufgang. Aber, außer der Sonne und einem Schakal am Wasserloch – nichts los in Urikaruus. Gegen 6:50 Uhr starten wir Richtung Nossob. Im Norden hat es uns letztes Jahr so gefallen, da wollten wir unbedingt wieder hin. Ist natürlich eine ganz schöne Fahrerei. Zum Glück ist die Pad in besserem Zustand als letztes Jahr.

Auf der ersten Strecke kurz vor Kamqua meine sechs Giraffen. Ich hatte mich ja am ersten Abend mit Ihnen verabredet und freue mich, dass es geklappt hat mit dem ‚Meeting‘. Sie zeigen uns Ihren ‚Morgentanz‘ – die Kleinen noch etwas zaghaft und mit einfachen Bewegungen. Die zwei Großen schon mit fortgeschrittener Technik und erweitertem Spektrum der ‚Kopf-gegen-Fuß‘-Attacken. Zum Abschluss gibt es noch das Schlussbild aller ‚Akteure‘ bevor diese durstig zum Wasserloch laufen. Der Chef der Truppe hat alles aus dem Hintergrund koordiniert.

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Wasserloch Kamqua – sechs Giraffen, ein trockenes Tal ohne Gras, und wir.

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Die 52 km über die Dünen fahren sich so dahin. Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Da ein schwarzer Vogel links – oh ist schon weg. Zu spät für ein Foto. Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Da ein Vogel (black-shouldered kite)

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Wasserloch Moravet – 3 Oryx

Wir pirschen uns vorsichtig und langsam mit unserem Auto heran. Laaangsam. Werden jedoch entdeckt – Wind steht wohl ungünstig für uns. Die Drei verschwinden in den Dünen. Wir tun euch doch gar nichts. Wollen nur ein schönes Foto im Morgenlicht. Nur ein Foto. Mehr nicht.

OK. Die haben uns entdeckt und wollen nicht fotografiert werden. Dann halten wir mal Ausschau nach weiteren Objekten.
Nach vorne schauen - Oryx – da vorne geschickt getarnt vor der Düne steht ein Oryx. Hey, hat uns auch schon gesehen und will verschwinden.
Nach rechts schauen - 2 Oryx – auf der anderen Talseite. Hey, die haben uns auch schon gesehen und wollen nach hinten verschwinden.
Das gibt’s doch nicht. Sind die aber scheu hier in den Dünen. Wir besinnen uns an unserer gute Erziehung und räumen das Feld …  Rückzug …

Hey, die Drei sind auch glatt drauf reingefallen. Von wegen Rückzug - vom nächsten Dünenkamm haben wir doch noch unsere Fotos bekommen. Wäre doch gelacht.

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Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Da ein Vogel - northern black korhaan

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Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Da ein – nein – viele – sehr viele Vögel – diesmal Strauße

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Plötzlich ändert sich die Natur. Es wird grüner. Da steht sogar mal eine ‚Pfütze‘ auf der Pad. Die Dünen sehen feucht aus. Vereinzelt sind kleine gelben Blüten am Rand der Pad zu sehen. Die Wüste lebt – wir erinnern uns. Der ‚Campbetreuer‘ in Urikaruus hatte gesagt – Mittwoch hat es 15 mm geregnet. Hier sieht man das Ergebnis sofort. Und mit den jungen grünen Grashalmen kommen auch die neugeborenen Tiere. Kurz vor dem Picknickplatz sehen wir rechts den Nachwuchs vom Red Hartebeest. Die Kleinen sind ja so süüüüsss mit Ihren kleinen Hörnchen. Ich werde gar nicht wieder und will ganz viele Fotos davon. So viele Tierkinder – erst Springbock, dann Gnu und jetzt noch Red Hartebeest.

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Düne rauf – Düne runter – Kurve links – Kurve rechts – Düne rauf – Düne runter. Da ein Vogel  - ein southern pale chanting goshawk (für mich ab sofort der Ringelsöckchen-Habicht)

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Picknickplatz Dikbaardskolk – nichts los, von den dortigen Löwen nichts zu sehen
Unterwegs Richtung Nossob – nichts los

Wir können dieses Jahr sehr weit ins Tal schauen, da es keine Gräser und Büsche gibt. Aber nützen tut es uns nicht viel. Kein Gras – keine Tiere. So sind wir schnell in Nossob. Tja, Nossob. Am liebsten hätte ich es ausgelassen. Letztes Jahr hatten wir für drei Nächte ein innenliegendes Schlafzimmer. Ich bin kein Höhlenmensch. Es war so dunkel und so warm in diesem Zimmer und dieses Jahr – ich hatte einen anderen Zimmertyp gebucht – Zwei-Bett-Chalet und no. 9c war fest in meinem Kopf. Das Schlimmste was ich mir lt. Übersichtsplan aller Hütten ausgemalt hatte, war 5b – direkt Richtung Campingplatz und mit dem WC- und Küchenblock für die Camper vor der Nase. Und was kriegen wir – 5b.   Dong, dong – ich war nicht vorbereitet. Es trifft mich wie der Schlag. Wir diskutieren. Nein – kein Wechsel möglich. Alles belegt. Alle Gäste schon da. Ach und der Computer bestimmt die Zimmerbelegung. Da gibt es einen Button, da drückt man drauf und schon hat man no. 5b. Tja, dann drücken wir einfach noch mal drauf. Vielleicht kommt als nächstes was anderes raus. Neben der ‚schlechten‘ Lage hat 5b auch wieder ein innenliegendes HÖHLEN-Schlafzimmer ohne Luftzug. Nicht zu fassen. Schlimmer geht nimmer.

Wir tanken noch und besuchen den Shop für Trinkwasser. Wir gönnen uns ein Mittagsschläfchen (wie die Löwen) und ich berichte später weiter …

… so jetzt sind wir wieder wach und nach einem Kaffee kann es weitergehen. Ich meinte eigentlich ‚nach‘ einem duftenden Kaffee kann es weitergehen. Zu dem ‚nach‘ einem Kaffee kommen wir gar nicht. Wer hätte das gedacht, wir trauen unseren Augen nicht. Da fliegt ein Toko (Southern Yellow-billed Hornbill) in 5m Entfernung und landet auf den Scheibenwischern des Autos unserer Nachbarn.

Der Kaffee vergessen, die Kamera organisiert, geht es auf Pirsch. Wie nah kann man dem Vogel kommen. Wir haben keine Ahnung, wir sehen einen Toko zum ersten Mal in freier Natur. Ich halte mich zurück und gebe meinem Fotografen die Chance so nahe wie möglich heranzukommen. Sein Pirschgang wird Schritt für Schritt vom Toko toleriert und …

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und von anderen Gästen des Restcamps interessiert verfolgt. Wie lange geht das noch gut? Da kommt ein menschliches Weibchen – schaut und verschwindet- und kommt mit Kamera zurück. Das menschliche Weibchen ist im Pirschen nicht so geschickt wie meine zweite Hälfte und der Toko fliegt in den nächsten Baum. Jetzt wird meine zweite Hälfte aktiver – schnell hinterher mit der Kamera. Von der Seite nähert sich ein menschliches Männchen – ebenfalls mit Kamera und will mit auf die Pirsch. Hey, jetzt will ich aber auch noch mal was in Natur von dem Toko sehen – nicht nur Fotos. Also ich auch hin und vorbei ist es mit der Ruhe. Vier Menschen unter einem Baum und ein Toko hoch im Baum.

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Und jetzt schreibe ich noch wie sich das Ganze wieder aufgelöst hat. Zuerst ist meine zweite Hälfte gegangen. Motiv war ja im ‚Kasten‘. Dann hat das menschliche Männchen sein ‚Elektronikspielzeug‘ aus der Tasche gezogen. Ein paar Mal mit dem Finger drauf getippt und in die Luft gehalten. Es ertönte ein ‚Schrei‘ aus dem Spielzeug und der Toko flog weg. Toll. Das menschliche Weibchen verließ die Szene sofort und folgte dem Toko. Das menschliche Männchen erzählte mir noch, das Tokos hier oben im Norden völlig normal seien, bevor es sich ebenfalls umdrehte und ging.

Ach ja, und der Kaffee war inzwischen lauwarm. Hat jedoch trotzdem geschmeckt. Und wir haben gleich noch die Toko-Bilder auf der Kamera angeschaut.

Und was machen wir jetzt? Tja, es ist ca. 17:00 Uhr. Zum Gamedrive wollten wir nicht. Hey schauen wir doch mal wo die Webcam angebracht ist, die ich schon seit 2 Wochen intensiv beobachtet habe. Also auf zum ‚Spaziergang‘ zum Wasserloch. Ja, wir sind wirklich zum ‚Spaziergang‘ gestartet. Gemütlich laufend steuern wir doch zuerst nach links Richtung Sichtungstafel. Merken uns wo die Erdmännchen gesichtet wurden und bleiben dann irgendwie im ‚Predator Centre‘ – also der kleinen Ausstellung neben der Rezeption - hängen. Wir schauen Fotos, lesen ein bisschen hier und ein bisschen dort und steuern doch vertieft im Gespräch irgendwann Richtung Wasserloch. Wir öffnen die Holztür und da es im Gang enger wird, müssen wir hintereinander laufen. Dem Gespräch tut das keinen Abbruch, sprechen wir halt etwas lauter bis wir vorne ankommen.

Da schauen uns viele menschliche Augenpaare an, der Zeigefinger ist vor dem Mund gepresst – sieht aus wie ‚pst‘ – kommt aber nicht raus aus den vielen Mündern und dann deuten viele Arme nach vorne. Pantomime – ‚pst‘ – ‚da‘

Mist – wir haben gar keine Kamera mit. Nicht mal das Handy. Wir wollten doch bloß die Webcam suchen und spazieren gehen.  So ein Mist, da sind zwei junge Löwendamen nur 20 m vom Hide entfernt. Und wir haben keine Kamera. Meine zweite Hälfte macht sofort kehrt, ich setze mich und werde von schlechtem Gewissen geplagt. Wenn die zwei Löwen jetzt aufstehen und gehen, dann hat meine zweite Hälfte, die nicht mal richtig gesehen. Ich sitze und schwitze, die Zeit vergeht – liebe Löwinnen jetzt noch nicht bewegen – schön liegen bleiben – Wo bleibt nur die Kamera?

Da kommen die nächsten unbedarften Spaziergänger und werden von der Pantomime – ‚pst‘ – ‚da‘ begrüßt. Ich mache auch mit – ‚pst‘ – ‚da‘. Ich weiß nicht wo ich mehr hingeschaut habe. Ob nach vorne zu den Löwen oder nach Hinten, wann kommt endlich die Kamera. Die zwei Löwen waren so schön im Abendlicht und sie waren so nah. Inzwischen hatte ich vom Nachbarn (zwei tolle Kameras mit 500er Objektiven) schon seine ersten Fotos gesehen. Die zwei Damen waren schon trinken, kurz bevor wir gekommen sind, haben sich dann in den Schatten gelegt und sind vielleicht seit 10 Minuten hier.

Wo bleibt die Kamera? Da, endlich. Wir beziehen Position. Im Hide ist es still und alle warten und schwitzen. Und kaum habe ich das zu Ende gedacht – da kommt Aktion in die Situation. Die Kameras klicken um die Wette – ‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘ – die Löwinnen laufen zum Wasserloch – sie trinken – ein Klickgewitter ‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘‚click‘ – die Löwin schaut auf, schaut uns an und die Bilder werden einmalig mit der Sonne im Rücken genau in die Augen der Löwin. Aber schaut selber.

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Wie immer ist nach 2 Minuten alles vorbei. Die beiden Löwinnen ziehen langsam auf die andere Talseite und legen sich in den Schatten. Ich bin noch ganz aufgeregt. Das war knapp. Toller Spaziergang.

Zurück in der Hütte gibt es etwas zur Stärkung und ein Gläschen Wein. Und was machen wir jetzt. Tja, es ist erst 20:00 Uhr. Und da fällt uns wieder hier am Nossob-Wasserloch die Webcam ein - mit den nächtlichen Bilder. So hatten wir vor der Reise online um 22:31 Uhr ein Oryx gesehen und anschließend gab es einen technischen Defekt, so dass wir das Oryx gar nicht weiter anschauen konnten. Also schnell zusammen gepackt und los geht’s. Diesmal mit Kameraausrüstung. Wir finden einen freien Platz und werden von den vielen Schakalen (bis zu 9 gleichzeitig) toll unterhalten an diesem Abend. Sie trinken, sie verschwinden im Dunklen, sie trinken, sie fangen Insekten im Licht usw.

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Da schwebt eine Eule heran. Sagt kurz hallo und ist schon wieder weg.

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Irgendwie sind dann auch alle Schakale weg. Meine linke Nachbarin deutet mit ihrer Pantomime nach rechts hinten. Ihr linker Nachbar fragt nach. Ich schaue ganz angespannt nach rechts hinten und sehe nichts. Bis – die Schakale wieder zurückkommen. Und mit Ihnen eine braune Hyäne. Ich bin total begeistern. Meine erste braune Hyäne. Ja, wieder mal heißt es ‚meine erste ...‘
Hyäne und Schakale trinken gemeinsam am Wasserloch. Die scheinen sich zu vertragen. Irgendwann verschwindet die Hyäne wieder im Dunkeln. Schade – ich hätte so gerne mehr gesehen.

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Wir schauen den Schakalen weiter zu. Es erscheint ein Rabe und bringt etwas Abwechslung, bis die Schakale wieder alle verschwunden sind. Und – meine linke Nachbarin sieht es wieder zuerst, diesmal Pantomime von links. Die Schakale kommen wieder und begleiten erneut Hyänen. Diesmal sind es vier Tüpfelhyänen – zwei große und zwei kleine Tiere. Die Vier belegen gleich mal den ganzen Wassertrog. Immer rein in das Becken. Da kann man beim Trinken gleich noch die Füße waschen. Wieder scheinen sich Hyänen und Schakale gut zu vertragen.

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Die Zeit vergeht. Die Tüpfelhyänen kommen mal einzeln und trinken, verschwinden dann im Dunkeln nach rechts, nur um kurze Zeit später wieder von links aufzutauchen und erneut zu trinken und immer rein mit den Füssen in den Trog. Die Tüpfelhyänen haben wirklich keine Hygiene gelernt (waschen und trinken mit dem selben Wasser) oder betreiben sehr viel Hygiene, da sie sich gleich ordentlich baden.

Plötzlich erscheint ein kleiner Lichtstreifen am Horizont auf der anderen Talseite. Was geht denn da jetzt ab. Feuer – Sonnenaufgang. Nee, ratet mal. Es war der Mond. Er schiebt sich langsam jedoch stetig über den Dünenkamm und das genau gegenüber vom Hide.

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Neben den Tieren am Wasserloch kommen auch die Menschen zu später Stunde in den Hide und gehen wieder. Vor allem der Platz neben meinem Schatz wird viel frequentiert. Hinterher erzählt er mir die Stories, die da so neben ihm gelaufen sind. Meine linke Nachbarin zeigt keine Pantomime mehr an. Die zwei gehen jetzt auch. So wird es leerer im Hide und mein Schatz und ich sind endlich allein. Wir freuen uns, jetzt gibt es nur noch die Tiere und uns.

Und plötzliche Dunkelheit – das Licht ist aus. Mensch, Mensch – der Generator läuft ja nur bis 22:30 Uhr. Das hatten wir total vergessen in unserer Glückseligkeit. Deshalb sind die alle gegangen. Tja, lassen wir den Tieren ihre Nachtruhe. Wir sind auch gegangen. Haben uns mit den ‚Headlights‘ durch den Gang, durch das Holztor, vorbei an der Tankstelle in die Unterkunft Schritt für Schritt vorwärts bewegt. Schnell noch durchs Bad und dann mal ab ins Bett. War ja auch wieder ein erlebnisreicher Tag.

Tagestipp:
Gehe niemals nur ‚spazieren‘ im Nationalpark. Nimm immer Deine Kamera mit. Und damit es besser hält die Wiederholung - Nimm immer deine Kamera mit. Das nächste Fotomotiv warten auf Dich, wenn Du es nicht erwartest.

Fortsetzung mit Teil 2