4. Tag – KTP von Nossob nach Grootkolk

Einen guten Morgen alle Zusammen. Wir hatten bisher wunderbare Tage. Es ist toll, so von Stunde zu Stunde zu genießen. Man kann nicht wirklich planen und wird immer wieder überrascht.  Was wird wohl dieser Tag bringen. Wir haben längst die Zeitrelation verloren und lassen uns vom Wecker den Start des Tages vorgeben. Draußen ist es natürlich noch dunkel. Wir wollen schließlich die Ersten am Tor sein. Der Morgenablauf ist inzwischen Routine – Kaffee kochen, das Bad besuchen, den Kühlschrank ausräumen, den Koffer schließen, Kameras zusammenpacken, nichts vergessen und alles ins Auto tragen.
Es wird langsam hell und wir sind gut im Zeitplan. Trotzdem stehen bereits zwei Herren vor mir an der noch geschlossenen Rezeption und ein Dritter kommt dazu, der glatt behauptet – „er stehe mit seinem Auto ganz vorne am Tor, und es könne niemand an Ihm vorbei, also müsse er als Erster den Vortritt erhalten“. Die Herren sind sehr großzügig zu diesem Mann – warum eigentlich nicht zu mir? Früher hieß es mal ‚Damen zuerst‘. So warte ich geduldig bis alle Herren vor mir vom Rezeptionspersonal sauber und ordentlich ins Buch eingetragen werden und dann sauber und ordentlich die ‚Laufzettel‘ ausgefüllt werden. Ich muss unwillkürlich an den Krüger denken, da soll es ja auch morgendliche Szenen geben.

Aber ohne den ‚Laufzettel‘ kann ich ja nicht weiter. Zur Krönung will ich auch noch mit dem falschen Auto mitfahren – warum sind die auch alle weiß. Auf der Strecke nach Norden werden wir auch noch von Autos überholt. Wo wollen die bloß alle hin? Was wissen die, was wir nicht wissen? Was verpassen wir möglicherweise irgendwo da vorne? Die werden uns noch die ganzen Tiere weggucken, oder schlimmer noch verscheuchen!! Was kann ich ändern, ändern ?? NICHTS, oder?

Nach 10 km die Auflösung des Rätsels – Es stehen alle Autos am Wasserloch Cubit Quap. Und was gibt es da – wir fragen sofort, wollen keine Zeit verlieren.
Antwort: Vögel und ein Schakal, was – Vögel und ein Schakal – im Ernst, deshalb der ganze Stress im Camp an der Rezeption, wegen Vögel und ein Schakal  - O.K. wer es braucht!

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Red eyed dove's

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Yellow canaries

Wir fahren langsam weiter als ich im Augenwinkel gleich nach dem Wasserloch eine braune Hyäne im Tageslicht sehe. Stopp. Stopp. Und sofort Rückwärtsgang einlegen und zurück. Die Hyäne ist gleich hinter den paar Sträuchern am Wasserloch und will bestimmt trinken. Und richtig. Sie erscheint gegenüber und ich mache schon mal ein ‚Probefoto‘, um die Einstellungen der Kamera für diese Lichtverhältnisse zu prüfen. O.k. – Kameraeinstellungen passen, Auto steht auch gut positioniert. Jetzt kannst Du kommen Hyäne – das werden tolle Momente – ich bin voll angespannt schließlich ist es meine erste braune Hyäne im Tageslicht überhaupt.


Und plötzlich, ein Tierschrei – wie gestern eindeutig aus einem ‚Elektronikspielzeug‘. Kann nur aus einem der fünf Autos kommen. Der Schakal antwortet sofort – einmal, zweimal – und die braune Hyäne – macht sofort kehrt und ist weg. So ein Mist. Was soll das? Soll das Tiere anlocken? Soll das Tiere abschrecken? Die Vögel und ein Schakal sind jedenfalls noch da. Unsere braune Hyäne nicht mehr. Schade. So bleibt mir nur das Probefoto.

 

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Wir fahren langsam weiter. Die Erdmännchen von der Sichtungstafel in der Nähe vom Wasserloch Kwang haben wir nicht gefunden. So langsam oder so schnell wie wir auch gefahren sind. Ja, wie schnell fährt man eigentlich – wenn man was sucht? Sieht man es noch bei 30 km/h, da es sich ja bewegt. Der Tempomat funktioniert erst ab 30 km/h. Oder muss man einen Krampf im Fuß akzeptieren, um 10 km/h zu fahren und vielleicht doch nichts zu finden?

Unterwegs:  Gnus am Morgen

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Unterwegs: ein Gecko rennt am Rande der Pad und zieht einen dünnen Strick hinter sich her, so zumindest der erste Eindruck bei 30 km/h. Der Strick ist irgendwie schneller als der Gecko und bei 10 km/h kann man das Bild auch auflösen – eine kleine Schlange, gelb wie die Pad, jagt einen Gecko und ist vor unseren Augen erfolgreich. Nicht zu fassen – wo kann man das schon sehen. Wir fahren näher heran und trauen unseren Augen nicht als wir die Relationen von Schlange (die ist so dünn) und Gecko (der ist so dick) sehen. Aber schaut einfach selbst auf den Fotos.

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Wir fahren weiter und entdecken in der Mittagshitze eine Gnuherde mit Nachwuchs im Schatten von Bäumen. Zwischen den Bäumen gibt es etwas Gebüsch und Gestrüpp. Das ist ein perfekter Platz, um den Nachwuchs vor allzu neugierigen Löwenblicken zu schützen. Das machen die Tiere schon sehr geschickt. Wir halten etwas Abstand, um sie nicht so zu stören. Nicht das die Eltern wegen uns die tolle Tarnung aufgeben und die Jungen ungeschützt den Löwen aussetzen. Nein, dafür wollen wir nicht verantwortlich sein.

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Wir fahren alle Wasserlöcher ab und finden nichts Besonderes. Auf der kurzen Zufahrt zum Wasserloch ‚Lijersdraai‘ kommt uns ein Auto entgegen (mit Schweizer Nummernschild). Wir stoppen kurz, lassen es vorbei und biegen dann ein. Links verschwinden gerade einige Springböcke und ein Gnu. Weitere Springböcke spurten hinterher und waren nicht mehr gesehen. Das hatten wir schon den ganzen Morgen hier oben im Norden. Die Tiere haben immer sehr viel Abstand gesucht und sind gar nicht ans Wasserloch gekommen, wenn wir zu nah dran standen. Liegt wohl an uns, oder?

Wir fahren vor und schauen in die Landschaft. Ohne Gras und mit den niedrigen Büschen kann man bis ans Talende sehen und da glauben wir unseren Augen nicht. Da kommt eine Hyäne schnurstracks aufs Wasserloch zu und ist … drin verschwunden. Kann also nur eine Tüpfelhyäne sein wie wir am Abend vorher gelernt haben. Trinken und Baden. Und das tut sie dann auch ausführlich. Wir können nur den Oberkörper und Kopf sehen und das sieht aus wie ein niedliches Hundegesicht. Wer hat nur gesagt, dass diese Tiere hässlich wären.

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Da haben die Tierfilme im Fernsehen ein völlig falsches Bild gezeigt. Wir sehen sie gerne und haben diesen Badegast ‚Nessie‘ auch ganz für uns allein, bevor die Hyäne genug hat, aussteigt und langsam Richtung Hügel wegläuft.

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Wir können sie noch lange sehen wie sie zwischen den Büschen davon läuft. Also deshalb sind Springbock und Gnu ‚geflüchtet‘. Lag also doch nicht an uns.

Wasserloch Kannaguass – ist voll funktionstüchtig und mit Solar ausgestattet. Letztes Jahr war es ‚under maintainance‘. Es freut uns, dass auch hier oben im weniger besuchten Norden etwas für die Tiere getan wird. Schön das Sponsoren nicht nur die viel frequentieren Routen im Süden unterstützen.

Irgendwann kommen wir ans Camp Grootkolk. Es ist heiß. Vor drei Hütten stehen Autos. Also bleibt die zweite von links – Chalet no. 2 wohl für uns. Der ‚tourism assistent‘ zeigt uns die Hütte und berichtet stolz, dass es heute früh zwei Löwen am Wasserloch gegeben hat und das die Zwei dahinten unter einem Baum liegen. Ich finde den Baum nicht und sehe auch nichts durch Fernglas und werde ganz schnell abgelenkt, da eine Gnuherde schön in Reih und Glied von rechts durch die Wildnis zum Wasserloch läuft. Für mich das perfekte Bild von Afrikas Tierwelt, welches unbedingt auf den Film muss. Video und Stativ sind jedoch noch im Auto und so dauert es einige Zeit bis alles steht und die erste Frequenz im ‚Kasten‘ ist.  Lange dauert die Stippvisite der Truppe auch nicht, bevor sie wieder in Reih und Glied nach rechts verschwinden. Danke für den tollem Empfang.

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Wir starten das Mittagessen. Ich bin total begeistert  von der Außenküche dort. Warum haben den nicht alle Camps die Küche draußen? Es ist so toll unter dem Vorzelt zu kochen. Und es ist alles da - Zwei-Flammen-Gasherd, eine Arbeitsplatte und sogar eine Spüle mit fließend Wasser. Ich war im siebten Himmel. Später zeigte sich der Nachteil der Außenküche. Es war heiß und Mensch und Tier brauchten Wasser. Für die Vögel hatte man Plastikflaschen zu Wassertränken umfunktioniert.

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Red headed finch (in der Mitte)

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männlicher Yellow Canary

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Black faced waxbill

Für die großen Tiere gab es das Wasserloch in 100 m Entfernung. Wir hatten unsere Wasserflaschen aus Nossob. Und die Wespen haben den Wasserhahn und den Abfluss genutzt, um kleinste Tröpfchen zu trinken. An Abwaschen war da nicht mehr zu denken. Nutzen wir eben das Badezimmer dafür.

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Panoramaansicht von Chalet no.2

Alles erledigt – blieb uns nur den ‚Löwen zu machen‘ und ein Mittagsschäfchen einzulegen. Naja an Schlafen war mit dem Wasserloch vor der Tür nicht wirklich zu denken. Man könnte ja etwas verpassen. Viel passiert ist auch nicht beim Kaffee trinken und so sind wir gegen 17:00 Uhr doch noch mal los zum Wasserloch ‚Kannaguass‘.

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Auch hier war wirklich nicht viel los. Das einzige Oryx ist von dannen gezogen und hat sich hinterm Hügel im Tal versteckt, so sind wir wieder zurück ins Camp.

Wir sind nicht traurig, da der Abend erst anfängt und man weiß ja nie …

 

Zurück vom Abenddrive stehen vor den anderen drei Hütten noch alle Autos unbewegt und der Nachbar links fragt: ‚Have you seen something?‘ – Wir antworten: ‚nothing, unfortunately!‘ und quatschen ein bisschen weiter auf Englisch. Der Nachbar links fragt: ‚Where are you come from?‘ – Wir antworten: ‚Originally Germany!‘ und wir quatschen weiter auf Englisch. Sehr nett – bis irgendwann doch rauskommt, die Zwei sind auch Deutsche. Zwei linke Nachbarn lachen herzlich und wir sind … - naja. Wir quatschen weiter auf Deutsch, stellen fest, dass wir Beide das Namibiaforum kennen und verabreden uns später auf ein Glas Wein.

Zur Vorbereitung des leichten Abendessens verschwinden meine zweite Hälfte und ich leichtsinnig ins Zelt. Wir sind aktiv und lassen das Wasserloch ganz außeracht. Plötzlich gibt es vom linken Nachbarn Geräusche. Wir stürmen nach draußen – schon jetzt total dankbar für den Tipp – und schauen. Ich könnte die Zwei noch heute dafür umarme,n dass sie uns aus dem Zelt geholt haben. Welch ein Glück wir mit den Nachbarn hatten.
Wir stürmen nach draußen, um nachzuhören, was es Tolles gibt und da sehen wir es in der Ferne. Na was glaubt ihr – zwei Löwinnen kommen zum Trinken ans Wasserloch. Es sollen die Zwei von heute Morgen sein, die ja unter dem Baum lagen, den ich mittags nicht finden konnte und schon total vergessen hatte. Aber die zwei Löwinnen haben sich an ihr Wasserloch erinnert und uns den vierten Tag hintereinander Löwensichtungen beschert.

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Wären wir nur 10 Minuten später vom Gamedrive zurückgekommen …
Sind die zwei Löwinnen von gestern in Nossob uns über 100 km gefolgt? Wohl eher nicht, oder? Wären wir jetzt Löwenexperten könnten wir eine Identifikation anhand der Musterung um die Schnauze mit den Barthaaren vornehmen – aber wer braucht das schon. Wir genießen den Augenblick mit den Löwen und natürlich gibt es Bilder davon.

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Ist das nicht toll. Ich kann es noch heute kaum glauben. Katzen und noch mehr Katzen. Und dank der Trockenheit (an die wir uns inzwischen gewöhnt hatten) sind alle so toll zu sehen. Viel Zeit für uns haben die zwei Damen jedoch nicht und begeben sich jetzt wohl auf die Jagd.

Ein schöner Sonnenuntergang begleitet den Abend.

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Nach dem schnellen Abendessen verschwinden meine zweite Hälfte und ich zum Aufräumen leichtsinniger Weise gleichzeitig im Zelt. Wir haben wieder das Wasserloch aus den Augen verloren (und das schreibe ich jetzt nicht einfach, um eine schöne Story zu schreiben).  Es war wirklich so, nur dank unserer linken Nachbarn wurden wir wieder nach draußen gerufen. Und diesmal sind wir (es war inzwischen schon dunkel) sogar gleich zum Nachbarn rüber gelaufen. Chalet no. 1 hat nämlich die absolute Primeposition und die Zwei wollten uns auch ein Stück davon abgeben. Ich möchte hiermit nochmal von ganzem Herzen ‚Danke‘ sagen.  ‚Danke für Eure Gastfreundschaft‘.

Zu sehen gab es übrigens einen Leoparden. Ja, wirklich. Wirklich und wahrhaftig! Mein zweiter Leopard! HuiHui – es ist gar nicht mehr zu steigern. Wie soll ich es beschreiben? Es bleibt für immer in meinen Erinnerungen. Ein Leopard oder sagen wir besser eine Leopardin – Rosa. Ungefähr drei Jahre alt und hat dieses Territorium von ihrer Mutter übernommen (wissen wir jetzt alles dank des Leopardenidentifizierungsprojektes im KTP).

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Rosa war am Trinken. Man sah sie schlank und schmal von hinten am Wasserloch. Unsere Videokamera wurde auf Nightshot-Modus umgestellt und filmte. Ich wurde zum Beleuchter bestellt. Wir sehen sie trinken. Sie hat sich gerade von der halbsitzenden Position hingelegt, als ein Geräusch ertönt. Wie von der Tarantel gestochen, springt sie auf und macht einen Satz über das Wasserloch. Einmalig. Dann schaut sie sich um. Rosa sieht lt. Wissenschaft fünf- bis sechsmal besser als wir Menschen in der Nacht. Jedoch scheint sie verwirrt und trinkt nicht weiter.

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Sie läuft vom Wasserloch weg direkt in unsere Richtung. Ich als Beleuchter bin jetzt damit beschäftigt ihr zu folgen. Ich hoffe auch der Kameramann kann folgen. Wir sehen wie sie kurz stehen bleibt und etwas am Gebüsch frisst oder leckt. Dann läuft sie weiter in unsere Richtung etwas nach links weg. Sie läuft und bleibt hinter einem Gebüsch stehen. Jetzt sehen wir nur noch den Kopf. Sie läuft weiter in konstantem Abstand zu uns nach links bis wir sie nicht mehr sehen können.

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Ich atme aus. Was für aufregende Minuten. Es ist kurz nach 20:00 Uhr.
Auch unsere beiden Nachbarn sind begeistert. Wir holen noch schnell den Wein und zwei Stühle. Es wird ein toller kurzweiliger Abend. Zwischendurch besuchen immer wieder braune Hyänen das Wasserloch. Wir haben sechs bis sieben Sichtungen. Mal streiten die Hyänen, mal trinken sie still nebeneinander. Wir stehen auf, schauen ein bisschen zu (von unserer ‚ersten Reihe‘) und filmen natürlich.

Doch plötzlich wird das Gespräch von einem Schrei unterbrochen. Sofort sind alle angespannt. Das war doch der Schrei eines Schakals. Das Licht am Wasserloch ist seit ein paar Minuten aus. Ich hatte erst gestern in Nossob von meinem rechten Fotonachbarn gelernt, das Schakale diesen Schrei aussenden, wenn Löwen in der Nähe sind. Damit warnen sie andere Tiere. Da muss was sein im Dunkeln. Warum schaltet der ‚tourist assistent‘ nicht schnell das Licht wieder ein (in anderen Camps leuchtet es auch die ganze Nacht). Das ist mir alles durch den Kopf gegangen, während ich die Taschenlampe suche, aufstehe und an den kleinen Zaun am Zelt trete. Meine ‚Ausbildung‘ als Beleuchter wird notwendig sein, wenn wir Vier überhaupt was sehen wollen. Spot an – und da steht sie wieder am Wasserloch – Rosa unsere Leopardin von vor 2 Stunden.

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Wer hätte das gedacht. Im Schutze der Nacht ist sie erneut zum Wasserloch gekommen. Wurde vom Schakal enttarnt und somit für uns sichtbar. Diesmal ist sie etwas weiter weg und verschwindet dann nach rechts. Durch die größere Entfernung sieht sie etwas kleiner aus als vorhin (die Identifikation mit Hilfe des Leoparden-ID-Projektes scheint jedoch eindeutig). Sie ist zum Trinken zurück gekommen, da sie vorhin von dem Geräusch gestört wurde. So können wir sie zweimal sehen. Toll. Toll. Toll.

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Wir unterhalten uns noch lange mit den Nachbarn. Genießen den Wein, die Nüsse und das Kerzenlicht bis es erlöscht. Dann machen wir uns auf in unser Zelt und schlafen gegen 1:00 Uhr mit Leopardenträumen ein.

Tagestipp:
Vom linken Nachbarn wurden wir auf diese tolle sanparks-story im Grootkolkcamp aufmerksam. Wer es also noch nicht kennt – hier der Link http://www.sanparks.org/forums/viewtopic.php?style=2&f=38&t=49414&p=1334867&hilit=grootkolk+november#p1334867

Tagesinformation:
Das Wasserloch Cubit Quap (10 km nördlich vom Nossob-Camp) wurde in der letzten Ausgabe von ‚Getaway‘  (Reisemagazin in Südafrika) als eines der ‚Top 10 waterholes in Southern Africa‘ aufgeführt . Besonderheit sind die spektakulären Vogelaufnahmen (best for birdwatching) – da hat unsere braune Hyäne wohl bloß gestört.
Nur zur Vollständigkeit – Grootkolk wird auch genannt – best for leopard – Da können wir nur zustimmen.

 

5. Tag – KTP von Grootkolk nach Gharagab

Ich wache auf und schaue mich um. Das Bild habe ich noch heute in meinem Kopf. Rechts neben mir ist die Wand. Unten zu und oben sind alle ‚Fenster‘ mit Gaze offen. Links weiter vorne kommt die Tür, auch unten vollflächig zu und oben mit Gazefenster. Geradezu  steht der Kühlschrank. Hoch und weiß. Weiter links der wirklich schöne Schrank (gefällt mir wirklich gut). Irgendetwas ist anders als die letzten Tage. Ja, ich wache auf und kann alles um mich herum sehen. Es ist hell.

Klingt banal, aber es ist bereits hell. Sonst war es immer dunkel beim Aufstehen. Das zweite Einzelbett (50cm entfernt links von mir) ist leer. Also schnell mal in die Schuhe geschlüpft, noch was drüber gezogen und nachgeschaut. Da steht meine zweite Hälfte am Zaun vor der Hütte mit der Videokamera vor der Nase. Die so netten linken Nachbarn sind auch schon wach. Ich bin also die Letzte. Ich greife mir die Kamera vom Tisch, grüße die Nachbarn still und trete ebenfalls an den Zaun. Direkt 10 m vor uns steht im Morgenlicht eine braune Hyäne. Eine braune Hyäne nur für uns (ohne Vogelbeobachter mit komischem Lautsprechergeschrei). Es ist ruhig. Die Hyäne ist schön. Das struppige Fell mit modernem Fransenschnitt. Der kleine hundeähnliche Kopf. Die Ruhe, die die Hyäne ausstrahlt. Sie ist nur 10 m entfernt und zeigt keine Scheu. Die Sonne geht gerade auf. Es muss also gegen 6:30 Uhr sein.

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Nachdem ich unsere Hyäne ausgiebig betrachtet habe, schweifen meine Blicke in die Ferne. Weiter links kann ich noch eine zweite braune Hyäne sehen. Später erscheint sogar noch eine dritte braune Hyäne. Sie kommen und gehen. Es scheint als verschwinden sie rechts aus unserem Blickfeld, um dann um das Camp herum zu laufen, und links wieder zu erscheinen. Hoffentlich hat unser ‚camp assistent‘ die Hyänen bereits gesehen, denn seine Hütte steht hinter unseren Hütten. Nicht dass er etwas müde seine Treppe heruntersteigt und dann der Hyäne direkt  ins Auge blickt.

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Neben den Hyänen gibt es drei Red Hartebeest am Wasserloch. Von rechts kommen mehrere Gnus (ist bestimmt die kleine Herde von gestern Mittag). Es gibt lustige Szenen als die beiden Tierarten am Wasserloch aufeinander treffen. Zwischendurch stehen die drei Hyänen so schön Links, Mitte und Rechts verteilt, dass es fasst so aussieht als wollten sie in gemeinsamer Jagd angreifen. Aber keine Angst, es sind braune Hyänen und die jagen nicht gemeinsam auf solche großen Tiere. Das machen nur Tüpfelhyänen.

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Der Rest des Morgens ist wie im Fluge vergangen. Irgendwie müssen wir gefrühstückt, Morgentoilette verrichtet, gepackt und das Auto eingeräumt haben. Erinnern kann ich mich erst an unsere Verabschiedung von den linken Nachbarn. Und dann mussten wir leider los, da es bereits kurz nach 9:00 Uhr war und der ‚camp assistent‘ dringend auf die Freigabe unserer Hütte wartete. Ja, Grootkolk ist so begehrt und in der Kombination mit Urikaruus hatte ich leider nur eine Nacht erwischt. Wir sind ja inzwischen der Meinung, dass Sanparks als Minimum zwei Nächte je Camp vergeben sollte. So mussten wir weiter – schade.

Die Fahrt geht nordwärts. Unser Tagesziel ist das Camp Gharagab. Wir sind gespannt. Hier bekommt man bei Sanparks eigentlich immer eine Unterkunft. Es liegt aber auch etwas ungünstig lt. Karte. Es gibt nur einen Weg hin und einen zurück (jeweils Einbahnstraßen). Ein kurzer Morgen – oder Abenddrive ist gar nicht möglich. Man ist jedes Mal mindestens 100 km unterwegs. Wir sind jedoch neugierig. Wie sieht es dort aus. Und da uns Grootkolk ja ‚rausgeschmissen‘ hat, schauen wir nach vorne.
Als erstes sehen wir eine Gnu-Herde mit Nachwuchs. Dann untersuchen wir den Picknickplatz nach dem Wasserloch Geinab sehr gründlich. Hier war in den letzten Tagen eine Löwin mit drei Jungen gesehen worden. Heute nichts zu sehen.

Wasserloch Union’s End: hier wird gerade repariert. Ein Fahrzeug, Arbeiter und Rohre sind zu sehen.
Wir fahren weiter nach Norden, wollen bis an den Zaun nach Namibia.
Auf der anderen Talseite sehen wir unter Bäumen eine große Springbock-Herde auch mit Nachwuchs. Wir bleiben stehen und schauen etwas mit dem Fernglas. Und da wir gerade so schön im Schatten stehen und es hier oben keine Autos gibt, nutzen wir die Zeit und schreiben Tagebuch. Welch gute Entscheidung von uns – hier einfach stehen zu bleiben. Während wir geschrieben haben, und somit unser Auto ganz still stand, sind in 100 m Entfernung Erdmännchen aktiv geworden. Gleich rechts neben der Pad. Wir rollen langsam vor und können den lustigen Tieren einige Zeit bei ihren Tagesaktivitäten zusehen. Es ist immer wieder so ‚cute‘.

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Die friedliche Szene wird je gestört als ein Raubvogel anschwebt. Oh, ihr kleinen Erdmännchen schnell zurück in die sicheren Höhlen. Die meisten folgen dem Rat und sind schnell verschwunden. Nur ein kleines Erdmännchen steht noch im Schatten und schaut. Bitte, bitte wir wollen keine Jagdszene sondern ein Happy End. Der Kleine steht für unsere Begriffe gut getarnt im Schatten. Der Vogel sitzt inzwischen auf einem Ast des großen Baumes. Und wir wissen ja, Vögel sollen ausgesprochen gut sehen können. Und der Kleine steht in Blickrichtung des Vogels. Bitte, bitte ein Happy End. Plötzlich verlässt der Kleine seinen Baumschatten und läuft über das freie sonnenbeschienene trockene Land. Hier gibt es kein Gras als Deckung, nichts. Wo will er hin? Er läuft auch noch auf den Baum mit dem Vogel zu. Und, plötzlich … … Der Vogel ??? Der Kleine ???

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Der Kleine ist in einem Loch verschwunden. Der Vogel sitzt auf dem Ast. Happy End!!

Wir fahren weiter Richtung Norden. Das Auto vom Wasserloch mit den Arbeitern und den Rohren überholt uns. Wo wollen die den hin? Wahrscheinlich dürfen solche Trupps doch zum Tor nach Namibia raus.
Da erscheinen rechts auf der Sandpad frische Spuren. Wir halten und schauen aus dem Fenster. Für uns sind das eindeutig Löwenspuren und zwar große und mehrere Kleine. Und die Spuren sind noch nicht von Reifen überfahren. Also noch frisch auch wenn sie ganz rechts am Rand der Pad sind. Die stammen bestimmt von der Löwenmutter mit den drei Jungen, die ja vorgestern am Picknickplatz gesehen worden sind. Wir halten Augen und Ohren (naja, die wohl eher nicht) offen und sehen ‚nichts‘. Die Spuren gehen nordwärts, wir folgen. Die Spuren gehen nordwärts, und wir dürfen nicht mehr folgen. Das Tor mit der Schautafel ‚Union’s End‘ ist erreicht.
Wir würden gerne weiter. Da vorne ist doch auch nur fester Sand, da kann man doch bestimmt gut nach Botswana fahren. Wir scannen den Rest vom Tal mit dem Fernglas zwei -bis dreimal ab und sehen leider nichts. Über unseren Köpfen schwebt ein Geier (white headed vulture). Nicht zu fassen. Hier am Ende schwebt nur noch ein Geier – übrigens mein erster Geier im Park.

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Sollte uns das zu denken geben. Ein Geier. Wir scannen nochmal die Umgebung und machen dann kehrt. Die 4x4-Strecke nach Gharagab wartet auf uns. Neues Abenteuer – wir sind bereit.
Die Landschaft ist wunderschön. Es ist doch noch was anderes, wenn es nur zwei dünne Fahrstreifen für die beiden Reifen gibt. Sonst nur Natur. Die Büsche wachsen bis an den Rand der Fahrstreifen. Auch wenn hier einige Büsche noch von den Feuern des letzten Winters (wir hatten die Stories in Grootkolk gelesen) gezeichnet waren. Das Gras in der Mitte zwischen den dünnen Sandstreifen ‚kitzelt‘ das Auto von unten. Man kann es hören – das Auto lacht. Wir sehen frische Löwenspuren im Sand, die uns entgegen kommen. Wir sind definitiv das erste Auto, was heute den Weg fährt. Da es nur 4 Hütten gibt, sollten auch maximal 4 Autos pro Tag hier entlang fahren. Wir sind uns sicher. Die Löwenspuren sind mitten auf dem Sandweg und müssen von gestern Nachmittag bzw. Nacht sein. Dann enden die Spuren. Nach einiger Zeit finden wir neue Spuren – wieder von Löwen, sogar noch etwas größer – leider wieder entgegengesetzt. Wir schauen mal auf die Karte, ob die wohl zum Wasserloch am Grootkolk-Camp wollten?
Wasserloch Gharagab-Dam – kommt nach ca. 15 km auf der 4X4-Strecke und sollte lt. Karte in Nossob defekt sein. Von der Ferne sehen wir ein Auto direkt am Wasserloch stehen. Wo kommen die den her? Definitiv nicht von unserer Strecke. Das hat die Spurenanalyse eindeutig also zu 100% durch zwei unabhängige Eheleute ergeben. Wir fahren hin und man staune. Es ist das Auto mit den Arbeitern und den Rohren von vorhin. Dann sind die also nicht durch Tor (da gibt es inzwischen auch gar kein Tor mehr) raus nach Namibia sondern am Zaun entlang gefahren (geht viel schneller bestätigt uns der ‚camp assistent‘ später).
Unterwegs sehen wir mindestens 10 ‚Steenbok‘. Interessantes Verhalten. Die Tiere stehen 2m neben der Pad. Man sieht sie aus 10 Meter Entfernung und freut sich schon auf das Foto so nah am Weg, da die Tiere weiterhin ganz still stehen bleiben und dich anschauen. Wir fahren näher heran und die Tiere bleiben ganz ruhig stehen. Erst als wir stehenbleiben – spurten die Tiere los. Das hatten wir schon in anderen Nationalparks und das hat sich auch hier wiederholt so abgespielt. Irgendwann ist es uns doch geglückt ein Tier aus 7m-Entfernung zu fotografieren, wenn auch etwas im Gras versteckt.

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Wir sehen noch ‚spotted Thick-Knee‘ und natürlich ein Schakal.

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Die Temperatur steigt auf 42 Grad draußen. Noch sitzen wir im gekühlten Auto, doch bei jedem Fotostopp kommt die Hitze herein. Und dann sehen wir auch im Rückspiegel das nächste Auto. Ja, überholen geht hier überhaupt nicht. Die müssen sich wohl oder übel an unser Tempo inkl. Fotostopps anpassen. Weit weg vom Camp können wir auch nicht mehr sein.

Und richtig – gegen 14:00 Uhr kommen wir an und beziehen Hütte no.3 mit etwas eingeschränktem Blick auf das Wasserloch. Noch beim Abgeben des ‚Laufzettels‘ erscheint das nächste Fahrzeug. Und noch während wir auspacken, erscheinen die anderen zwei Fahrzeuge. So hat es wohl einen kompletten ‚Bettenwechsel‘ gegeben. Was sofort auffällt, ist die Ruhe. Es ist so ruhig. Es ist irgendwie eine solche Stille hier draußen. Es ist noch stiller als in Grootkolk. Es ist so still, dass ich instinktiv nur Flüstern möchte. Nur der Crimson-breasted Shrike (German bird) kommt zu Besuch.

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Im Auto ist der Stromrichter schon den ganzen Tag dabei, die Batterien von der Videokamera aufzuladen. Da die Buschcamps ja keine Steckdose haben, muss eben die Autobatterie ran. Die 70 km heute haben noch nicht gereicht und die Fotokamera will auch noch neuen Strom. Ich starte in der Hütte mal gleich das Pfannenbrot. Schnell das Mehl, Salz mit der Hefe versetzt und mit Wasser zu einem Teig verrührt. Bei der Wärme wird das bis heute Abend gut aufgehen und wieder lecker werden. Der Camp-Assistent trägt eine Kap-Kobra stolz zu unseren neuen linken Nachbarn, die sonst gar nicht gesprächig sind.
Und es ist weiterhin so ruhig herum und die Dielen in der Hütte sind so laut am knarren. Bei jedem Schritt ‚knarr‘ – ‚knarr‘. Und wir hören nicht nur unser ‚knarr‘ – ‚knarr‘ sondern auch das der Nachbarn ‚knarr‘ – ‚knarr‘.

Die Zeit vergeht. Am Wasserloch gibt es nichts Interessantes. Die Nachbarn schauen mit dem Fernglas in die Ferne. Wir sehen nichts, da ein Busch die Sicht dahin versperrt. Wir essen, ruhen, trinken Kaffee und warten auf die Löwen. Es wird Abend. Da machen sich unsere Nachbarn doch glatt mit dem Auto auf den Weg. Wo wollen, besser wo dürfen die den hinfahren. In der restlichen verbleibenden Stunde schafft man die 100 km nicht. Das wird sich dann am nächsten Tag aufklären. Wir besichtigen mal die Aussichtsplattform und machen ein schönes Panoramafoto. Hier ist nichts – außer der Stille.

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Also wer mal wirklich Abstand von der ‚lauten‘ Zivilisation braucht, der muss für ein paar Tage hierher kommen. Es ist einfach so unglaublich still.
Der Abend vergeht. Am Wasserloch nichts Besonderes. Irgendwann fallen uns die Augen zu und wir ziehen uns in die Hütte zurück. Der Wecker ist gestellt, da wir morgen eine lange Strecke vor uns haben. Wir planen um 6:20 Uhr beim ‚camp assistent‘ zu sein, um wirklich als erste auf die Ausfahrtstrecke gehen zu können. Wir wollen nicht die 30 km hinter jemandem her fahren und die Minuten verrinnen sehen.

Es ist sehr, sehr schön hier draußen. Einfach so still. Von meinem Bett habe ich eine gute Sicht auf das Wasserloch. Ich brauche nur kurz den Kopf zu heben und kann es durch die Gazetür sehen. Als ich in der Nacht etwas Gelbliches sehe, wecke ich sofort meine zweite Hälfte. Ein Löwe – ein Löwe. Wir packen die Ausrüstung und sind draußen. Da steht mein Wunschlöwe und entpuppt sich als Oryx – Fehlalarm. Die Sichtung wird als ‚Löwen-Oryx‘ notiert und wir schlafen wieder ein …

Tagestipp:
So, und mit dem heutigen Tag ist meine Frage von gestern – Wie schnell darf man fahren, um Erdmännchen zu sehen – beantwortet worden.
Es sind keine 30 km/h ,auch keine 10 Km/h, sondern es sind 0 km/h. Dies nur als Tipp für alle die Erdmännchen sehen wollen. Bleibt einfach stehen.
Natürlich an der richtigen Stelle.

 

6. Tag – KTP von Gharagab nach Kieliekrankie

Der Wecker klingelt. - ‚ssrrrss‘ –Es ist dunkel. Mein Arm geht nach hinten, um ihn auszuschalten. - ‚ssrrrss‘ – Ich finde ihn nicht gleich. - ‚ssrrrss‘ – Doch nach oben gestellt? - ‚ssrrrss‘ – Ich taste. Nein. - ‚ssrrrss‘ – Doch am Kopfende. - ‚ssrrrss‘ – Nein. Dabei hatte ich gestern Abend - ‚ssrrrss‘ – noch überlegt, wohin am - ‚ssrrrss‘ – am besten. - ‚ssrrrss‘ - - ‚ssrrrss‘ – wo ist mein headlight - ‚ssrrrss‘ – ach da und da der Wecker - ‚ssrrrss‘ - -- RUHE. Jetzt sind unter Garantie alle Nachbarn wach. Bei der Stille hier draußen, hat der Wecker wohl für alle gereicht.

Es ist 5:30 Uhr und wir haben heute 270 km vor uns. Da wir normalerweise nie über 20 km/h als Durchschnittsgeschwindigkeit herauskommen, wird das knapp bis zum Abend.

Geschlafen haben wir super, so mit den offenen Gazefenstern. Ist fast wie unter freiem Himmel.
Die Holzdielen knarren laut. Jeder Schritt wird von ‚knarr‘ begleitet. Unter ganz schlechtem Gewissen den Nachbarn gegenüber packen wir. ‚knarr‘ - ‚knarr‘ - ‚knarr‘ - ‚knarr‘
Am Wasserloch treffen sich im Schein des Lichtes (war die ganze Nacht an) immer mehr Oryx. Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen. So viele auf einmal, haben wir hier in der Dünenlandschaft gar nicht erwartet. Es sind 10 und mehr, die wir beobachten können.

Um 6:30 Uhr geht es los. Können wir so früh am Morgen hier in der Wildnis unsere Hilfe ausschlagen? Natürlich nicht und so lädt der ‚camp assistent‘ noch zwei dicke schwarze Plastiksäcke mit dreckiger Wäsche in unser Auto – bitte einmal nach Nossob in die Wäscherei bringen. Na klar, wir sind schon auf dem Weg. Die 30 km oneway-Dünenpassage wartet auf uns. Das nächste Wasserloch Dankbaar ist nur 4 km entfernt. Aha, bis hier waren unsere Nachbarn gestern Abend auf ‚gamedrive‘. Die sind also ‚oneway‘ hin und zurück gefahren. Sonst nichts Besonderes.

Die Ausfahrtstrecke hat tolle Sanddünen. Diese gilt es diesmal bergan zu fahren. Bergan heißt mehr Schwung und Drehmoment und hat zu vielen Verwerfungen und Kuhlen in der Sandpad geführt. Ja, in diesem heutigen Zustand der Sandpad kann man wirklich von 4x4-Strecke sprechen. Es geht langsam los mit kleinere Dünen, dann werden diese länger. Es gibt auch Kurven in der Anfahrt. Die Dünen werden höher und die Dünen werden steiler. Noch eine Düne und noch eine Düne und die Strecke davor wird immer ‚ausgefahrener‘. Die Kuhlen immer tiefer. Bis zur Letzten.

Die bisher größte Herausforderung war wirklich die letzte Düne. Wir sind oben und denken, Mensch das war die Krönung der Strecke. Es ist bereits mehr als eine Stunde vergangen und mit gemütlichem Morgendrive hat dieses ‚Geholpere‘ nichts mehr zu tun. Tiere gibt es auch nicht.
(Nur zur Info. Hier sahen wir im Augenwinkel schon links neben der Originalstrecke zwei neue Fahrstreifen. Die sind wohl aus Verzweiflung mit dem x-ten Versuch da hoch zu kommen entstanden).

Auf der ‚Hauptstraße‘ angekommen entdecken wir am Picknickplatz zwischen Polentswa und Lijersdraai viele Spuren von Raubtiertatzen im Sand. So früh am Morgen sind wir die Ersten und wohl doch zu spät. Uns bleiben wie gestern nur die Spuren im Sand. Sie waren hier, doch wir waren nicht da. So, kann es auch sein.

Unterwegs Richtung Nossob:  da rennt doch ein Karakal über die Pad – weg ist er – und es gibt kein Beweisfoto.

Wir halten in Nossob und tanken. Das Abliefern unserer Säcke wird schwierig. Kein Mensch will die Dinger haben und so trägt meine zweite Hälfte noch selber um den Auftrag zu erfüllen. Das Camp ist wie ausgestorben um diese Zeit. So kennen wir es gar nicht. Der Laden ist zu. Wir drücken die Klinge zweimal herunter und rütteln an der Tür. Als wir schon gehen wollen, kommt eine Dame von rechts und so können wir unseren Wein doch noch kaufen. Wir liegen gut im Zeitplan und fahren weiter.

Gleich nach Nossob: eine kleine Herde Red Hartebeest.

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Auf der weiteren Strecke statten wir jedem Wasserloch einen Besuch ab, um die Eintönigkeit etwas zu durchbrechen. Aber nichts. Das Tal ist weiterhin sehr trocken. Es gibt hier unten nicht mal die einzelnen Springbock-Männchen als Revierhalter mit dem einzelnen Gnu als Begleitung.
Der Picknickplatz Dikbaardskolk zeigt uns eine kleine Oryx-Herde und viele Menschen. Es sind wirklich alle Picknicktische belegt.

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Wir ziehen weiter gen Süden und sehen über zwei Stunden weder Tiere noch Autos. Ja, nicht zu glauben. Es kommt niemand vorbei. Wo sind die den alle?
Endlich, da vorne ein Auto. Wir sind kurz vor Kij Kij und wollen unbedingt wissen, ob es sich lohnt noch nach Rooiputs zu fahren, wo wir am ersten Tag die tolle Löwensichtung hatten. Wir stoppen das Fahrzeug. Unterhalten uns sehr nett mit zwei südafrikanischen Erstlingen im KTP. Nein, gesehen haben sie da unten nichts. Schade.
So fahren wir weiter und glauben es nicht, als wir bereits gegen 14:00 Uhr in Kieliekrankie ankommen. So kann es auch gehen. Wir wollten zwar fahren und nicht bei jedem Vogel anhalten. Aber wir wurden gar nicht in Versuchung geführt den Vorsatz zu brechen. Also so ein Tag, wie es ihn auch geben kann, oder?
Hey, nicht schlapp machen. Es ist zwar heiß und wir sind den ganzen Morgen gefahren, aber der Tag ist ja noch nicht vorbei.

Die Unterkunft Kieliekrankie ist aus Stein gemauert und bietet keinen guten Durchzug. Der Deckenventilator bringt ebenfalls wenig Kühlung. Trotzdem – ‚wir machen erst mal den Löwen‘ – und ruhen etwas aus. Den Kaffee packen wir ein und sind bereits um 16:00 Uhr wieder im gekühlten Auto – los zum Leobaum – auf zu Waruna – unserem Leopardennachwuchs. Die Erinnerung von vor 5 Tagen (sind wirklich schon fünf Tage vergangen?) ist noch wach.
Die Spannung steigt. Wir fahren von oben ins Auobtal hinein.
Ich blicke sofort nach rechts. Ich kann weit sehen. Kein Auto steht dort.
Dann blicke ich schnell nach links. Ich kann wieder weit sehen. Kein Auto steht dort.
Ich blicke das Stück nach vorne – ich blicke wie verzweifelt noch mal nach rechts – noch mal nach links und dann ist es Gewissheit. Es gibt keine Hilfe von Anderen. Wir müssen den Leo alleine suchen. Das tun wir dann auch. Fahren zur Höhle, fahren zum Leobaum, fahren zum Wasserloch. Und – heute kein Leopard.

Beim Kaffee aus der Thermoskanne vor der Höhle überlegen wir wie es weitergeht und entscheiden uns dann Richtung Süden zu fahren. Wir treffen auf eine große Springbockherde. Wir sehen den Kleinsten zu. Schau mal - der Eine hat ja glatt die Mauser. Es sieht so aus, als wenn das Fell oben wächst oder gerade ausfällt.

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Weitere Springböcke kommen das Tal entlang. Wir schauen ihnen zu und beobachten das Treffen der Gruppen. Wir sind wieder begeistert in der Tierwelt angekommen. Böckchen hier und da. Und Große und Kleine. Ich brauche nicht mehr um glücklich zu sein.

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Wir entdecken diesen grünen kleinen gefiederten Freund aus der Gruppe der ‚bee-eater‘. Und seinen Kumpel haben wir ein paar Bäume weiter auch noch entdeckt.

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Und man glaubt es nicht. Wir haben für über eine Stunde wiederum kein Auto gesehen.
Als doch mal wieder eines erscheint, halten wir es sofort an und fragen. Hier kann man uns sehr präzise Auskunft geben. Der Fahrer schaut auf den Tacho und teilt mit. Wo?, wer? , wie gut ist die Sichtung?, lohnt es sich?. Wir hören und hören. Bedanken uns höflich und machen einen Freudenhüpfer.
Ja, was hatte man uns mitgeteilt.
In 15 km gab es einen Geparden. Etwas weiter weg auf der anderen Talseite. Und der ist bestimmt schon weiter gezogen.
In 10 km gibt es zwei Löwen. Gleich neben der Pad. Sehr schön zu sehen. Die sind auch bestimmt noch da.
Na, sind das nicht tolle Auskünfte und noch bessere Aussichten.
Wir sagen den Springböcken und den Vögeln ‚good bye‘ und fahren los.

Unterwegs: Was sitzt den da, direkt neben einer kleinen Pfütze – ein Brown Snake-eagle

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Hey, da stehen alle unsere Autos. Hey, da vorne stehen sie. Und was sehen wir – zwei wirklich wunderschöne Löwenmännchen. Wir können uns einen Premium-Platz in der ersten Reihe suchen. Es ist erst 17:40 Uhr. Bis zur Parkschließung um 19:00 Uhr ist noch ausreichend Zeit. Und wir sind nur 20 km von Kieliekrankie entfernt.

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Übrigens wir stehen direkt gegenüber vom Wasserloch ‚Monroe‘. Hier haben wir am ersten Abend zwei Löwen und zwei Weibchen auf der Pad unter einem Baum gesehen. Ob das die beiden Männchen sind? Wenn ja, wo sind die Weibchen? Sollten die sich fünf Tage nicht fortbewegt haben? Schon ein Zufall? Oder?
Egal, wir schwelgen im siebten Safari-Himmel. Die Sonne steht schön im leichten Gegenlicht. Wir saugen die Szene in uns auf. Die Löwen liegen so friedlich beieinander. Dann drehen sich beide fast gleichzeitig um. Der erste fängt an zu gähnen. Der zweite jetzt auch. Hey, das ist ja wie bei uns Menschen – gähnen ist ansteckend.

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Der eine Löwe fängt an sich die Tatze zu schlecken. Immer und immer wieder. Die Videokamera ist fleißig am filmen. Und ab und zu kommt auch ein Klick-Klick der Fotokamera. Es ist alles perfekt.

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Der eine Löwe erhebt sich, nur um sich gleich wieder hinzulegen.

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Der zweite Löwe erhebt sich, läuft zehn Schritte oder so ähnlich, und legt sich dann wieder hin. Toll, toll, toll.

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Da haben wir sie wieder. Unsere Katzen – unsere Löwen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir 26 Löwensichtungen in den sechs Tagen.

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Wenn es am schönsten ist – soll man gehen, hier besser fahren. Jetzt ist es kurz vor 19:00 Uhr und wir sind am Wasserloch Auchterlonie. Wir haben den Park für uns. Wo bist Du kleiner Leopard?
Wir finden Ihn nicht an diesem Abend. Die Springbockherde ist aus dem Tal in die Dünen gewandert. Wir sehen sie in der Ferne. Im Camp angekommen schmeckt der frisch gekaufte Wein. In der Ferne gibt es Blitze. Zuerst beobachten wir sie Richtung Süden Upington und dann auch Richtung Osten. Eindeutig Gewitter-Wolken. Ob die auch in den KTP kommen? Die ‚Regenzeit‘ ist ja überfällig.

Wir beobachten das Wasserloch mit unser Super-Nightshot-Funktion an der Videokamera. Es ist tatsächlich das Wasserloch in Kieliekrankie, das sich in einer Senke befindet, und kein Mondkrater.

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Dabei entdecken wir Schakale, einen Vogel und ...

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... etwas ‚Hüpfendes‘. Wir sind wie gefesselt.

Also es setzt sich hin. Sieht von der Silhouette aus wie ein Hase.
Es bewegt den Kopf immer hoch und runter, hoch und runter. – So ein Tier kennen wir nicht.
Der Kopf hat kleine spitze Ohren – sieht aus wie bei einer Katze.
Dann macht es einige kleine Hüpfer – hmm, Känguru? Hier?
Kopf hoch, Kopf runter – kennen wir nicht das Verhalten.
Beim nächsten Hüpfer erkennen wir einen Schwanz – also doch eine Katze?
Wir sind hin- und hergerissen. Wer hat es erkannt? Es ist eine‘ Hase-kenne-ich-nicht-Känguru-Katze‘.
An diesem Abend mit Wein im Blut und wider besseren Wissens entscheiden wir uns für eine ‚wild cat‘.

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Huh, was für ein Tag. Aufstehen mit Oryx am Wasserloch. Die Dünen überquert. Die Löwenspuren gesichtet. Stundenlang durch trockene Landschaften gefahren (so muss es auf den Strecken in Botswana sein). In der Hitze geschwitzt. Die kleinsten Springböckchen in ihren ersten Lebenswochen beobachtet. Und den König der Tiere gesehen – sogar zwei davon. Zum Schluss noch ein unbekanntes Wesen beobachtet. Einfach ein perfekter Tag.

(Anmerkung: Rückblickend war es ein südafrikanischer Springhase, wie wir später im Mokalo Nationalpark direkt vor unserer Hütte gelernt haben – Reisebericht folgt im Anschluss.)

Tagestipp:
In Gharagab ist es so ruhig, dass man wirklich erst mit dem Morgenlicht den Tag beginnen sollte, aus Respekt den Nachbarn gegenüber. Ich sage nur – absolute Stille und knarrende Dielen. Das heißt dann in Konsequenz am Folgetag am Besten in Nossob übernachten.

 

7. Tag – KTP von Kieliekrankie zurück in die Zivilisation

Da ist er also unser letzter Tag im KTP für diesen Besuch. Warum kann man nicht manchmal (wenn man es sich ganz stark wünscht) die Zeit anhalten. Ich würde an anderen Stellen einfach wieder was abgeben. So bliebe die Gesamtzeit unverändert gleich – nur eine kleine Verschiebung???

Die Nacht ist vorbei. Der Wecker klingelt und es ist immer noch dunkel draußen. Der erste Blick zum Wasserloch präsentiert den Mondkrater mit Licht ohne Lebewesen. Wir packen alles routiniert zusammen und als es langsam heller wird, verschwindet alles im Kofferraum. Der Kaffee ist gekocht und in der Thermoskanne noch gut und heiß aufgehoben. Die letzten Vorräte werden gesichtet. Bis zum Mittag muss es reichen.
Um 6:30 Uhr holen wir vom ‚camp assistent‘ unseren Laufzettel, der inzwischen schon einige Einträge hat. Die Temperatur beträgt noch 26 Grad. Der Himmel ist teilweise bedeckt und die Sonne..?  Ja da irgendwo ist sie teilweise hinter den Wolken versteckt.
Das Auto fährt von allein in Richtung Auobtal als ob es keine Alternativen hätte und es kein Zurück gäbe. Wir fahren wie gestern Nachmittag von oben ins Tal. Es ist so ein Privileg um die Uhrzeit allein unterwegs zu sein. Ob wir wohl unseren Leoparden Waruna finden? Wir schauen mit unseren Augen, wir schauen mit dem Fernglas. Das Auto fährt als erstes in Richtung Höhle. Wir scannen die Gegend um die Höhle und finden nichts. Das Auto wendet und unsere Augen gehen von links nach rechts das Tal entlang. Da ist gar nichts. Nicht mal eine Fliege.

Unser Auto fährt weiter Richtung Süden zum Wasserloch Auchterlonie. Da rechts, sind frische Spuren im Sand. Sofort startet die Analyse. Ja, die Spuren sind sehr frisch. Noch kein Autoreifen drüber gefahren. Es sind Katzenspuren und es sind große und kleine. Könnte also Mutter mit Nachwuchs sein. Die Richtung zeigt zum Wasserloch. Wir folgen. Jetzt sind die Spuren weg – nein, da sind sie wieder, klar und deutlich Richtung Wasserloch. Dann queren die Tatzenspuren die Pad direkt Richtung Wasserloch. Unsere Augen folgen in die Richtung und wir scannen erneut erfolglos das Tal. Naja, sind wir wohl zu spät.

Weiter geht es in Richtung Süden. Da, neue Spuren im Sand. Die Analyse startet erneut – eindeutig frisch - sehen ebenfalls wie Katzenspuren aus – es sind mindestens zwei Tiere – keine Löwen – und auch eher keine Leoparden – dann halt was anderes. Die Spuren kommen von den Dünen und laufen Richtung Wasserloch. Und da, neue Spuren. Es ist wirklich aufregend anhand der Spuren zu sehen, was hier alles in der Nacht los ist.
Ich kann meine Augen gar nicht von den Tatzen lassen. Da sind sie rechts. Jetzt wechseln sie die Straßenseite. Das Auto fährt langsam und ich bin ganz konzentriert den Spuren mit meinen Augen am folgen – gefangen im Fährtenlesen, schaue ich gespannt auf die sandige Pad. Es gibt nur mich und die frischen Spuren im Sand. Plötzlich ein kleiner Aufschrei im Auto, das Auto bremst und kommt leicht schräg zum Stehen.

Da liegen vorne rechts von der Sonne durch einen Wolkenstreifen ins rote Licht getönt zwei wunderschöne große …Geparden.

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Ich war in dem Moment wohl auf alles vorbereitet jedoch nicht auf Geparden. Der Adrenalinanstieg in meinem Körper kam so plötzlich und hat alle Routine der Tierbeobachtung auf Anfang gestellt. Hektisch wollte ich nur noch filmen, den Moment für immer festhalten. Die beiden großen männlichen Geparden lagen direkt rechts neben der Pad – wie eine Fata Morgana im Morgenlicht.

Doch auch die geht einmal vorbei. Der erste Gepard erhebt sich in aller Ruhe und schreitet über die Pad zum nächsten großen Baum.

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Der zweite Gepard folgt ihm sofort. Anschließend schreiten beide Tiere auf die andere Talseite und legen sich dort gut getarnt unter den nächsten Baum.

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Die Fata Morgana im Morgenlicht hat nur 5 Minuten gehalten.

Mein erster Instinkt möchte jetzt hier stehen an Ort und Stelle im Auto stehenbleiben und auf die Springbockherde von gestern Abend warten. Aber ich bin ja kein Gepard sondern ein Mensch, der heute noch in den Mokala Nationalpark möchte. Und meine Verpflegung liegt auch hinterm Autositz – ist heute vegetarisch und beinhaltet einen heißem Morgenkaffee.

Wir müssen weiter. Schauen wir doch mal zu den beiden Löwen von gestern Abend. Doch das Wasserloch Monro hat zwar ausreichend Wasser jedoch keine Tiere, die es trinken möchten. Zum Abschluss finden wir noch einen Oryx und stoppen für ein Abschiedsfoto.

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Wie passend zum ‚Gemsbock Park‘ ist dies leider der Abschied für diese Tour.Gegen 8:15 Uhr verlassen wir den Park in Richtung Upington.
Für wunderschöne Tage sind wir in eine andere Welt eingetaucht. Haben unsere innere Mitte wieder gefunden, tolle Menschen kennengelernt und sind mit so vielen Tiersichtungen ‚beschenkt‘ worden. Danke, dass wir dies erleben durften.