Im November 2011 - im südafrikanischen Frühling - ging es für fünf Tage vom Kap in Richtung Addo Elefantenpark. Die Streckenführung der Reiseroute war diesmal etwas ungewöhnlich. Überlicherweise ist man auf der N2 gen Osten oder auf der Panoramastrasse Route 62 unterwegs. Wir haben uns jedoch für die N1 durch die Große Karoo und die Überquerung des Swartberg Pass entschieden. Es sollte mal etwas anderes sein, abseits der üblichen Pfade...

Elefant im Addo

Der in der Provinz Eastern Cape gelegene Addo-Nationalpark beherbergt mehr als 550 Elefanten. Der Park wurde in den vergangenen Jahren bis an die Küste des indischen Ozean erweitert, so daß man jetzt mit den 'Big 7' wirbt. Neben den klassischen 'Big 5' (Elefant, Löwe, Büffel, Leopard und Nashorn) sind jetzt noch als Meeresbewohner Wale und Haie dabei. Gegründet wurde der Addo Nationalpark bereits 1931 und in der Zwischenzeit von der Flächenausdehnung erweitert, so daß aktuell knapp 254.000 ha von der Nationalpark-Verwaltung SANParks betreut wird.

Vom Kap kommend ging es auf der N1 an Paarl vorbei durch den Hugenots Tunnel (mautpflichtig). Wer etwas mehr Zeit mitbringt kann hier die Passtrasse R101 wählen und den Ausblick über das Weinland bis zum Tafelberg genießen. Bis nach Prince Albert Road sind es ca. 350 km auf der N1 zu fahren. Wer hier nicht auf den Strassenverlauf achtet, läuft Gefahr den unscheinbaren Ort einfach zu übersehen und an dem Abzweig nach Prince Albert am Fuß des Swartberg Pass vorbei zu fahren. Knapp 50 km weiter kommt dann der malerisch gelegene Ort Prince Albert. Hier gibt es in der Ortsmitte ein Hotel und verschiedene Restaurants, die auch Kaffee und Kuchen anbieten.

Alte Tankstelle in Prince Albert.

Übernachtungsempfehlung: Saxe-Coburg Lodge

Restaurantempfehlung: Victoria Room, direkt neben dem Swartberg Hotel

Restaurant in Prince Albert

Nach der kleinen Stärkung am frühen Nachmittag ging es an das eigentliche Tagesziel - der Bezwingung des Swartberg Passes - einem der letzten großen Abenteuer in Südafrika. Laut Wikipedia gehört die 1583 m hohe Passstrasse zu einer der schönsten der Welt. Man kann den Pass mit einem Kleinwagen bezwingen, jedoch sind die 27 km ungeteerte Strecke doch eher mit einem 4x4 zu befahren.

Swartberg Pass von Norden

Teilweise ist die Strecke nicht breiter als ein Feldweg, so dass bei Gegenverkehr eine der wenigen Ausweichbuchten zu benutzen ist.

Swartberg Pass - Baustelle

Die Landschaft ist einmalig, atemberaubend, unbeschreibbar. Die Bilder sprechen für sich.

Swartberg Pass - Aussicht

Ziel der Passüberquerung war Oudtshoorn, das Zentrum der Straußenzucht in Südafrika, wo wir uns zwei Übernachtungen im Berluda Farmhaus im Voraus gebucht hatten. Das Cottage war sehr geräumig und in einem sehr guten Zustand, damit stimmte auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Berluda Gäsefarm in Oudtshoorn

Dinner gab es dann im benachbarten Su Casa@Surval. Das Restaurant befindet sich auf einer Olivenfarm und wurde erst 2011 neu eröffnet. Besonders das Design ist zeitgemäß, das Personal sehr freundlich und zuvorkommend. Auch die Speisen sind auf jeden Fall einen Stopp wert.

Restaurant Su Casa

Cangoo Caves nördlich von Oudtshoorn.

Cangoo Caves

Am nächsten Tag ging es dann zu den in der Nähe gelegenen und aufgrund der räumlichen Ausdehnung beeindruckenden Cangoo Caves und der Safari Straußenfarm.

Safari Straußenfarm

Letztere ist doch sehr touristisch und überlaufen. Aber man kann auch mit dem eigenen PKW, d.h. ohne Guide die Gehege und den Straußenpalast ansehen. Leider hat 2011 erneut ein Virus die Bestände der großen Vögel stark dezimiert. In früheren Jahren waren in und um Oudtshoorn tausende Strauße in den einzelnen Gehegen zu bewundern. Im letzten November gab es jedoch nur noch weinige Hundert zu sehen. Die Straußenfarmer sind nun in umliegende Gegenden abgewandert, u.a. kann man jetzt an der N2 bei Swellendam viele Straußengehege finden. Auch sind die Farmer auf Alternativen, wie Schafzucht umgestiegen.

Straussenfarm

An diesem Abend gab es auf Berluda ein ausgezeichnetes Buffet, das von Rosie, der guten Seele des Hauses und ihren fleißigen Helferinnen, gezaubert wurde. Wie hausgemacht. Die Gerichte mit typisch südafrikanischer Küche haben einen guten Eindruck bei dem international gemischten Publikum hinterlassen.

Am nächsten Morgen ging es endlich weiter mit dem Tagesziel Addo Park. Die N12 führte bis De Rust, wo die 'kürzeste Strecke vom Kap zum Addo' auf die geteerte und sehr gut ausgebaute R341 abzweigt. Am Ende der Strasse geht es dann in Richtung Norden auf der N9 weiter bis Willowmore (ca. 150 km). Hinter dem Ort geht es dann auf der R329 weiter in Richtung Osten. Die ersten 45km erinnern jedoch eher an eine Baustraße, kann aber mit entsprechender Vorsicht problemlos befahren werden.

Strasse bei Willowmore

Danach ist die geteerte Strasse wieder in einem sehr guten Zustand und führt nach Steytlerville. Der Ort lebt von der Schafzucht und ist aufgrund seiner Sauberkeit äußerst beeindruckend.

Steytlerville

Ein kurz geplanter, tatsächlich aber ein etwas längerer, wohlschmeckender Lunch im Royal Hotel, direkt an der Hauptstrasse war den Zwischenstopp auf jeden Fall wert. Die Strasse führt weiter bis an die R75. Von dort geht es weiter gen Osten nach Kirkwood, dem ersten Ort in der Provinz Ostkap, mit typisch afrikanischer Geschäftigkeit direkt auf der Hauptstrasse. EIn Polizeifahrzeug geleitete uns dann auch direkt durch den Ort, wahrscheinlich war das aber nur Zufall...

Das Ende der Strecke führte uns über den Ort Addo weiter zum Hauptcamp des Nationalparks. Nach 390 km war das Tagesziel dann auch erreicht.

Addo Main Rest Camp

Addo Welcome

Nach dem problemlosen Durchqueren des ersten Gates konnten wir an der Rezeption auch schnell in unser sehr kurzfristig gebuchtes Cottage einchecken.

Addo Cottage

Ab und an werden in den Nationalparks auch kurzfristig noch Unterkünfte frei, da für den Zeitraum bis zu vier Wochen vor dem eigentlichen Übernachtungstermin noch kostenfrei storniert werden kann. Außerdem werden auch in diesen vier Wochen die behindertengerecht ausgebauten Unterkünfte im Computersystem von SANParks freigegeben.

Wird fortgesetzt.