Urlaubs- und Reise-Blog aus Südafrika und Namibia

Urlaub im Süden Afrikas - bei deutsch sprechenden Vermietern in Südafrika und Namibia
Herzlich Willkommen - haben Sie teil an den Erfahrungen unserer deutsch sprechenden Autoren, die ihren Lebensmittelpunkt im Süden Afrikas gewählt haben.

Urlaub im KTP (Kgalagadi Transfrontier Park)

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Eine Woche im KTP, dem ehemaligen Kalahari Gembsbok Nationalpark an der Grenze zu Namibia und zum Teil auch in Botswana, war ein unvergleichliches Erlebnis. Nach Jahren 'tierischer' Abstinenz war es an der Zeit wieder auf Safari zu gehen und Tiere in freier afrikanischer Natur zu sehen.

Insgesamt haben wir in den sieben Tagen allein im Park über 1.000km zurück gelegt und mehr als 2.500 Fotos  auf die Speicherkarten gebannt. Die Urlaubswoche im KTP hat sich mehr als gelohnt, die vielen Tiersichtungen kombiniert mit der geringen Anzahl an Besuchern im Nationalpark machen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Leider ist der Straßenzustand überwiegend misserabel, da nur 'monatlich' die Strassen 'glatt gezogen' werden. Vielleicht möchte man damit auch die Besucher zum Langsamfahren motivieren.

Auch ist die Empfehlung in den einzelnen Camps bzgl. des Reifenluftdrucks sehr unterschiedlich.

Twee Rievieren (TR): 1,6 bar; Mata Mata (MM): 1,5 bar; Nossob (NO): 1,2 bar

Wir haben uns für 1,4 bar entschieden und sind damit den Umständen entsprechend gut und relativ komfartabel gefahren.

Tanken ist in den o.g. Camps problemlos möglich, jedoch muß bar gezahlt werden. Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Auch gibt es nur in TR einen Geldautomaten und Handyempfang. In den anderen Camps ist man im wahrsten Sinne des Wortes 'offline'.

Highlight unseres Besuches war eine Jagdszene einer Gepardin mit ihren drei Jungen, die wir zur Mittagszeit direkt miterleben durften. Ein Springbok mußte naturgemäß als Futter herhalten um die vier satt zu bekommen. Mehr dazu in den kommenden Tagesberichten.

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Tag 1: Upington - Nossob

Vom Kap kommend (ca. 820km) haben wir die erste Nacht unserer Urlaubsreise direkt in Upington übernachtet. Die Provinzhauptstadt im Northern Cape zeichnet sich u.a. durch sehr freundliche und offene Menschen aus.
Auch die Größe der Weinbauregion am Oranje River hat uns überrascht. Tafeltrauben werden hier überwiegend gezüchtet und auch nach Europa exportiert.

Unsere gebürtige schweizer Gastgeberin Jacqueline im B&B 'a La Fugue' hat sich einen schönen Garten mit Pool gestaltet, in dem wir das schmackhafte und umfangreiche Frühstück gewünschten Uhrzeit serviert bekommen haben. Das Gästehaus liegt in der Nähe des Oranje River in ruhiger Lage.

9:30 Uhr: Start in Richtung KTP. Die 250km waren in 2:15 Std. auch geschafft. Bis auf ein paar wenige Fahrzeuge war an dem Samstag morgen auf der R 360 nichts los.

Am Parkeingang verlief der Park-Checkin auch problemlos, da wir Südafrika nicht verlassen wollten, gab es auch keine Pass- und Zollformalitäten zu erledigen.

Auf die Frage nach einer detaillierten Karte hatte die Dame an der Rezeption eine DIN A4-Broschüre (ca. 50 Seiten, farbig) für R 60,- zur Hand. Hier sind alle Tiere und Wissenswertes über den Nationalpark aufgeführt.
Es ist sehr zu empfehlen, die Broschüre direkt am Parkeingang zu kaufen, da diese in den Shops nicht zu haben ist. Auch eine spezielle Ausgabe für die Kids ist zu haben.

Wildcard gezückt und ein paar Daten beim freundlichen Personal abgeglichen und weiter ging es um 12:30 Uhr nach Nossob.



Die Öffnungszeiten des Parks sind aktuell von 6:30 - 19:00 Uhr. Um es vorweg zu nehmen, wir haben die 160km im Nossobtal ausgiebig genossen und fast jedes Tier 'persönlich begrüßt'.
Entsprechend haben wir für die Strecke auch über 6 Std. Fahr- und Fotografierzeit benötigt. Das Nossobtal hat uns sehr gefallen, da es die Möglichkeit bietet an den meisten Wasserlöchern - abseits der Straße - entspannt zu parken.


Nach 15km endet die zweispurige Straße vorerst und es geht als Umleitung für die Baustelle über einen Feldweg für weitere 15km weiter gen Norden zum Wasserloch Kij Kij. Die Strecke läuft in Sichtweite zur 'normalen' Fahrbahn, die sicherlich noch für die nächsten Monate eine Baustelle bleiben wird.

Grundsätzlich würden wir für den Besuch im Nossobtal immer ein 4x4 empfehlen, da das Straßenlevel ca. 40 - 50 cm unterhalb der Graslandschaft beginnt. Aktuell ist das Gras an manchen Stellen aufgrund der Regenfäll in den letzten Monaten nochmal bis auf weitere 50cm angewachsen, so daß man selbst aus einem 4x4 teilweise das Gras zwischen Linse und Motiv stehen hat. Mit einem normalen PKW hat man hier wenig Freude zumal auch die Strecke sehr sandig ist - teilweise Wellblech der übelsten Sorte auf der Pad. Im Auob-Tal sind uns verschiedene PKW begegnet, hier ist die Straße höher und man kann in das Tal hineinschauen. Trotzdem und vor allem aufgrund der Wellblech-Pads im Park ist ein 4x4 sehr sinnvoll um den Besuch auch genießen zu können.

Bis zum Picknickplatz Dikbaardskolk haben wir sehr viele Springbok, viele Gemsbok (Oryx-Antilope), Sekretär, Blue Wildebeest, Red Hartebeest, einen Schakal und natürlich unzählige Squirrels gesehen.

Als dann am Wegesrand ein einsames Besucherfahrzeug zu sehen war, haben wir uns langsam der Szenerie genähert. In nur 50m Entfernung vom Picknickplatz Dikbaardskolk - der natürlich NICHT eingezäunt ist - lagen zwei müde Löwenmannchen unter einem Baum und haben ein Nickerchen gemacht. Da sitzt man doch gern am Picknickplatz...


1,5 Std. Beobachtungszeit gaben uns genügend Möglichkeiten für schöne Aufnahmen. Ich hätte nie geglaubt, dass die Größe des Schiebedachs von essentieller Bedeutung bei der Auswahl eines Fahrzeuges sein könnte... Für eine optimale Position zum Fotografieren im Nationalpark aber durchaus.

Jetzt aber bitte nicht den Zeigefinger heben und den Hinweis geben, dass die Tiere schneller sein können - die waren so schön verschlafen und in der Nachmittagshitze letargisch ...

Irgendwann hat uns die Uhr und die noch zu bewältigende Strecke nach Nossob dann doch von den Löwen verabschieden lassen.



Im Camp Nossob hatten wir ein Challet für drei Nächte gemietet. Leider war unsere Unterkunft sehr abgewohnt und zudem das Bad äußerst renovierungsbedürftig. Für ca. R 650,- pro Nacht war es dann aber noch Ok. Der Abend ist dann am Wasserloch ausgeklungen. Hier war eine Familie von sieben Schakalen in der Abenddämmerung aktiv.

Alles in Allem ein Anreisetag, der unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Gleich zwei Löwen und eine Vielzahl verschiedener Tiere direkt am ersten Tag - besser ging nicht - haben wir gedacht...

Insgesamt haben wir während der sieben Tage im Park drei Löwen, 13 Geparde, 17 Giraffen und hundere Springbok, zig Oryx-Antilopen, Blue Wildebeest und Red Hartebeest gesehen.

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Tag 2: Rund um Nossob

Nun eine echte Rundreise ist das natürlich nicht, aber am Vormittag ein Gamedrive gen Norden und am späten Nachmittag gen Süden, das waren unsere Pläne für einen geruhsamen Tag 2 im Nationalpark. Nach ca. 1.300 km an den vorangegangenen zwei Tagen auch kein Wunder.
Nach einer ruhigen Nacht im Challet CH4 (wie bereits gesagt - ziemlich abgewohnt) gab es das Selbstverpflegungsfrühstück. In Nossob gibt es kein Restaurant (nur in TR vorhanden), sondern ausschließlich eine Tankstelle und ein kleinen Shop mit dem Nötigsten. Also nach Möglichkeit alles vor dem Park einkaufen, ansonsten muß man von Keksen, Wein und Zahnpasta leben...
Auch wird der Strom im Camp zwischen 22:00 und 5:00 Uhr abgestellt. 

Am Vormittag ging es also bis zum Wasserloch Bedinkt. Kurz hinter dem Camp (ca. 6 km) befindet sich auf der linken Seite eine kleine Anhöhe, die man mit dem 4x4 erklimmen kann. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Savanne und kann den Sonnenaufgang beobachten.
Bei diesem Kurztrip haben wir folgende Tiere sehen können:

Oryx-Antilope und Wildebeestam Wasserloch Kwang







Und am Nachmittag dann in Richtung Süden bis nach Kaspersdraai. Leider auch hier die Pad eine einzige Katastrophe. 'Wellblech' der übelsten Art. Wahrscheinlich fahren viele Besucher auch aus dem Camp und durch die Belastung schaut die Strecke dann eben so aus.

Das junge Red Hartebeest bliebt etwas länger auf der Pad stehen, war wohl neugierig wer da kommt. Im Anschluß gab es aber von Muttern eine Erziehungsmassnahme...

Auch zwei Störche konnten wir sehen.

Tageskilometer: 130

 

Tag 3: Nossob - Unions End

Endlich wieder ein wenig Auto fahren...
6:30 Uhr waren wir mit die ersten am Tor und nichts wie raus um die schönen Farben beim Sonnenaufgang zu erleben.



Insgesamt haben wir auf dieser Strecke nur ca. ein Dutzend Fahrzeuge gesehen - und das bei 12 Stunden im Auto. Diese Region im Park ist damit unser absoluter Favorit, nicht zuletzt wegen des relativ guten Straßenzustandes.

45 Minuten später war dann das erste Highlight des Tages zu sehen. Zwischen den Wasserlöchern Kwang und Bedinkt kamen uns drei Cheetahs entgegen.


Man rechnet ja mit vielem, aber da waren wir doch schlagartig hellwach und die Speicherkarte füllte sich recht zügig.
Die drei - nicht dumm - haben unser Auto gesehen - wir standen natürlich im Weg - sind nach links ins Gebüsch verschwunden und kamen keine 30 m hinter dem Auto wieder auf die Strasse.


Weshalb sollte man diese Möglichkeit der schnellen Frotbewegung nicht nutzen - zumal wenn wenn der Magen knurrt.



Insgesamt ging es dann rückwärts für weitere 20 min. hinter den Geparden her. Nur gut das kein anderes Auto kam und die Geparden gestört hat. Immer schön den Sicherheits-/Wohlfühlabstand einhalten und so konnten wir die Drei bei ihrem Weg zum Frühstück beobachten.


Auf der 'tiefergelegten' Straße haben die Tiere eine wunderbare Deckung, zumal die Sonne noch tief stand und sie sich somit im Schatten bewegen können.



Nach diesem Erlebnis gab es dann erstmal Frühstück am Wasserloch Langklaas, wo eine kleine Gruppe von Oryx vorbeigezogen kam.

Als Nächstes konnten wir einen kleinen Schbrackenschakal bei der Suche nach Beute beobachten.



Im dem nördlichsen Bereich des Parks gibt es sehr große Herden an Springböcken mit mehreren hundert Tieren. Da haben die Raubtiere etwas zu beißen.

Auch ein Steenbok lief uns über den Weg. Er ist etwas kleiner als ein Springbok und war sehr scheu, wie übrigens alle Tiere hier, da wenig Fahrzeuge vorbeikommen.

Eine Herde Red Hartebeest wollte ebenfalls die Straße queren, nur da stand plötzlich unser Auto. Die sehr vorsichtigen Tiere haben erstmal die Situation beäugt, danach spurteten die ersten Mutigen hinter uns über die schmale Pad.
Was aber sollten die Mütter mit den Jungtieren tun? Der Leitbock hat sich dann für den Rest der Herde 'geopfert' und ist demonstrativ vor uns über die Straße gelaufen.

Hat unser Auto aber überhaupt nicht beeindruckt...

Also ist die Herde neben der Pad noch ein bischen weiter gezogen und ist dann schnellstmöglich über die Straße gesprungen. Hier der 'Junior'.



Am Picknickplatz Unions End (leider sind die sanitären Anlagen auf den Picknickplätzen nördlich von Nossob in misserablem Zustand und damit 'out of order'...) konnten wir beobachten wie eine Springbokherde einen weiten Bogen um ein Gebüsch - vermulich mit Raubtieren - geschlagen hat.



Auf der Rückfahrt bei Geinab / Grootkolk gab es dann einen Löwen mit mächtiger Mähne direkt neben der Straße. Der hatte wohl nur auf uns gewartet...


Zum Glück nicht hungrig, dafür aber äußerst fotogen...



Beeindruckend mit unserem 'König der Löwen' auf Augenhöhe die Zeit zu verbringen...


Weiter ging es wieder zurück nach Nossob mit diversen Vogelbeobachtungen.


Nach 12 Stunden Tierbeobachtung und 260 Tageskilometern waren wir kurz vor Toresschluß - dann doch etwas durchgeschüttelt - wieder zurück am Camp Nossob.

 


Tag 4: Nossob - Twee Rievieren (über Kamqua)


Heute nun endlich die angekündigte die Jagdszene der Gepardenfamilie im Detail.
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Heute gab es einen gemütlichen Start nach einem ausgiebigen Frühstück und wir verabschiedeten uns vom Camp Nossob. Das Challet (CH 4) würden wir auch für den relativ günstigen Preis, nicht wieder buchen.

Viele Red Hartebeest, Blue Wildebeest, diverse Vögel und natürlich Springböcke und Oryx kreuzten unseren Weg.

Am Picknickplatz angekommen (hier hatten wir 'unsere' ersten zwei Löwen schlafend gesehen), rechts abgebogen und über die Dünen in westlicher Richtung ins Auob-Tal geschaukelt.
Das ständige Auf-und-Ab in den Dünen kann Einen schon seekrank machen, zumal die Pad nicht schnurgerade verläuft und auch die (fehlende) Ebenheit der Pad mal wieder kein Lob verdient hat.
Nach etwas über 50km war das aber auch geschafft und wir hatten uns eine Pause am Picknickplatz zwischen dem Wasserloch Kamqua und Rooibraak redlich verdient.

Man war da was los, so viele Autos auf einem Fleck - bestimmt 10 Fahrzeuge auf dem Rastplatz - das waren wir nach den einsamen Fahrten nicht mehr gewöhnt.
Keine Ahnung wo die alle herkamen oder hinwollten.
Nichts wie weg...
Auf der Pad in Richtung TR sind wir dann nur wenigen Autos begegnet.

Ca. 20km vor TR in der Nähe von Wasserloch Monro hat mein "Ausguck" dann einen sich am Baum streckenden "Leoparden" gesehen. Schließlich wollten wir diesen auch sehen und nicht bis Urikarus warten...
Vollbremsung und Kameraequipment schnellstmöglich in Position gebracht.
Als sich dann aber insgesamt vier Katzenköpfe gezeigt haben, war ein Leopard als Einzelgänger doch recht unwahrscheinlich. Die Tiere lagerten vor uns in ca. 200m Entfernung im Schatten eines Baumes.

Man muß schon sehr genau hinschauen um die Katzenköpfe im Schatten zu erkennen.
Nun hieß die Devise 'abwarten und Kaffee trinken' - es war inzwischen 12:00 Uhr und wir legten am Straßenrand unsere Mittagspause ein, und hofften das etwas geschehen wird. Tierbeobachtungen brauchen Zeit und die hatten wir schließlich extra mitgebracht.

In der Ferne war auch eine größere Sprinbokherde zu sehen.
15 Minuten später hatte die Herde beschlossen in unsere Richtung zu laufen um ans nächste Wasserloch zu kommen. Das hieß zwischen dem Baum und unserem Standplatz direkt hindurch. Besser geht nicht.



Das Alphatier war auch misstrauisch und schaute in Richtung des Baumes, konnte aber aufgrund seiner niedrigen Position und des hohen Grasses keine Gefahr erkennen.

Entsprechend ging es weiter. Nummer 3 in der Springbokherde war da etwas aufmerksamer und schaute länger zu den Geparden und hat diese auch bemerkt, denn plötzlich war er extrem schnell nach vorn unterwegs.
Die Geparden waren sich wohl ihres Glücks, dass ihnen eine Mittagsmahlzeit direkt vor's Maul läuft, auch nicht so recht sicher...

Danach ging alles sehr schnell.

Die Gepardenmutter war äußerst zielstrebig, wie auf den Bildern zu sehen, unterwegs. Eines der Jungtiere begleitete sie und gab somit eine Art Flankierung bei dieser Jagd.

Die beiden anderen Jungtiere waren eher vorsichtig und zurückhaltend und haben den Weg nach vorn, d.h. in Laufrichtung Wasserloch für die Springbokherde blockiert. Teamarbeit...

Als die Gepardin in die Herde hinein sprintete gab es dort kein Halten mehr. Nur eine riesige Staubwolke war noch zu sehen, als die Springböcke in wilder Panik kehrt gemacht haben. Ein Springbok war aber definitiv zu langsam...



Die Beute wurde ca. 150m von der Ausgangsstelle von der Mutter erlegt und erst einmal in sicher Entferung abgelegt. In der Zwischenzeit hatten sich die drei jungen Cheetahs unter einem anderen Baum in direkter Nähe des Schauplatzes in den Schatten gesetzt und warteten (wohlerzogen) auf die Mutter mit dem Beutetier.

Interessant zu beobachten war das absichernde Verhalten der Gepardin nach hinten. Ob sie einen 'Gegenangriff' der Springböcke erwartete oder ggf. ihre Jungen und die Beute vor Hyänen schützen wollte, war aus dem Verhalten nicht abzulesen.

Auf jeden Fall lief alles glatt und es gab "Springbok um Lunch".

Ebenfalls bemerkenswert, dass die Gepardin den erlegten Springbok unter dem Baum bei den Jungtieren ablegte, sich danach aber für ca. 3 Minuten unter dem Nachbarbaum ausruhte bzw. den jungen Geparden die Chance gab sich mit der Beute zu beschäftigen.

Danach 'knieten sich die vier Geparden so richtig rein' um an das Fleisch zu kommen. Auch die blutverschmierten Münder passten nicht so recht ins Bild dieser grazilen Tiere mit ihren niedlichen Katzengesichtern.

Bei genauem Hinschauen entdeckt man auch Beinknochen der Beute.

Der 'Lunch' dauerte mindesten 30 Minuten, wenn nicht länger. Danach passiert nicht mehr viel, da sich die vier in der Mittagshitze und dem großen Fressen erstmal ausgeruht haben. War ja auch etwas aufregender als bei Aldi einkaufen zu gehen...

Wir haben uns dann von den vier "blutrünstigen Bestien" verabschiedet und uns wieder auf den Weg nach TR gemacht und dort versucht unser für zwei Nächte gebuchtes Cottage zu beziehen.

Cottage Nr.15 - in direkter Nähe zur Tankstelle und dem Shop im Camp, war 'zentral' gelegen und war zudem frisch renoviert worden. Die Ausdünstungen der verwendeten Farbe waren bereits außerhalb zu riechen. Fünf Minuten in dem Cottage reichten um bereits erste Anzeichen von Kopfschmerzen zu bemerken.

Also zurück zur Rezepion mit der Bitte um ein anderes Cottage. Zum Glück war ein noch nicht renoviertes frei. Aber auch da gab es gleich mehrere Haken...

Die Cottages sind geräumig und für Selbstversorgung vollständig ausgestattet.
Durch Berichte anderer Besucher bereits vorgewarnt, fanden wir in der Hütten Fledermäuse. Exkremente waren auch außerhalb der Hütte deutlich zu sehen. Ok, im Nationalpark ist man Teil der Natur - zum Glück nicht Teil der Nahrungskette... Dachten wir.
Als dann ein junger Skorpion auftauchte, machten wir in diesem Fall von unserem Gastrecht sehr schnell Gebrauch...

Auch verschiedene Geckos sind hier zuhause und ließen sich durch das Badfenster fotografieren...

Zum Ausklang des Tages bei einem Glas Wein konnte der Sternenhimmel mit der überdeutlich sichtbaren Milchstrasse noch seinen beeindruckenden Teil beitragen. Was für ein Tag!

 

Tag 5: Game-Drives ab TR

Den Tag wollten wir etwas geruhsamer angehen lassen etwas weniger fahren. Aber einen Nationalpark, wie den KTP mit seinen vielen Tieren vor Augen - das ging gar nicht. Also pünktlich 6:30 Uhr am Parktor und wir waren Nummer 6 in der Warteschlage, da das Tor noch nicht geöffnet worden war. Am ersten Wasserloch wurden wir mit einem stimmungsvollen Sonnenaufgang begrüßt.

Danach ging es im Nossobtal in Richtung Kij Kij durch die Baustellenumfahrung. Wir hatten Glück und haben die Erdmännchenkolonie gefunden. Die wuseligen Tierchen haben den Ausflug doch gleich belohnt.

Auf dem Weg waren auch Spuren einer Raubkatze zu sehen, nur vom Besitzer der Pfoten war weit und breit leider nichts mehr zu sehen. Auch die Oryx und Springböcke am Wasserloch Kij Kij zeigten keine 'Stresssymptome'. Also wieder retour nach TR und nach insgasamt 60km und 3,5 Std. Fahrzeit waren wir wieder an unserem Cottage.

Am Abend ging es dann erneut auf die Pirsch. Neben dem Kori Bustrad, fünf Springböcken und einer Busladung Besucher auf Sunsettour kamen aber keine weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei.

 

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Tag 6: Nossob - Mata Mata
120 km  - 6 Stunden

Was für eine Nacht! Wie aus dem Horrorfilm!
Nachdem bereits in der Nacht davor ein Gecko mit Piepstönen seine Anwesenheit ständig bekunden mußte, hatten wir diesmal einen Flugebtrieb wie auf dem Frankfurter Flughafen. Fledermäuse im Dauereinsatz.
Nicht dass man zum bevorzugten Futter der Tiere gehören würde, aber die ständige Fliegerei im Cottage nervte gewaltig. Naja, wenigstens gab es keine Mücken und es konnte/mußte mal wieder zeitig losgehen.

Aber es hat ja alles seine gute Seite. Die konnten wir dann am zweiten Wasserloch im Auob-Tal sehen.

Insgesamt vier vollgefressene Cheetahs beim 'Wassertanken'. Die waren so voll ... Das musste wohl etwas Größeres in der Nacht 'dran glauben'.
Es standen bereits mehrere Fahrzeuge am Straßenrand und kein separater Parkplatz am Wasserloch - Verkehrschaos war die logische Folge. Jeder auf der Suche nach der richtigen Position für schöne Fotos, verständlicherweise.



Irgendwann ließen sich die Geparden von den Vögeln, die auch ans Wasser wollten, vertreiben. Vielleicht waren es aber auch die vielen Zuschauer???

Diese Gruppe war aber nicht unsere 'blutrünstige Viererbande' von vor zwei Tagen, da das Muttertier kein Halsband getragen hat.
Also direkt vor den Fahrzeugen über die Straße und im nahegelegenen Gebüsch - nur ca. 10 m vor der Pad entfernt - wieder hingelegt.

Und schon waren sie nicht mehr zu sehen...
Was für ein Glück, die Tiere in der Morgensonne sehen zu können.

Auf der Pad in Richtung Mata Mata gab es dann noch eine weitere Erdmännchenkolonie beim Batuma Wasserloch auf der Hangseite zu sehen. Der Ausguck machte in diesem Fall seinem Namen alle Ehre. Für eine bessere Übersicht klettere man eben auf den nächstgelegenen Busch...

Auch das 'Familienfoto' ist doch auch ganz gut gelungen, oder?

Der Junior war auch schon fleissig am buddeln...

Ein kurzes Stück weiter gab es noch zwei einzelne Geparde zu sehen. Leider keine Beute in Sicht, so dass sich die beiden wohl noch gedulden mussten. Nach ein paar Schnappschüssen - wir hatten ja nun inzwischen 13 verschiedene Geparden auf der Speicherkarte - ging es weiter in Richtung Kamqua.



Tüpfelhyänen waren unter einem Baum zu sehen. Bei der Tarnfarbe war es fast unmöglich ansprechende Fotos von den lagernden Tieren zu bekommen. Zum Glück hat sich jedoch eine Hyäne entschlossen uns für eine paar Fotos Modell zu laufen...

Ca. 10 km vor Mata Mata gab es dann noch vier Giraffen zu sehen. Tiere aus einer anderen Welt bzw. Zeit. Einfach nur schön anzusehen.



Eine davon sogar mit Henkel...



Hier die Übersichtskarte mit den Tiersichtungen aus MM an unserem Anreisetag. Natürlich haben wir fleißig die farbigen Punkte verteilt...

Eigentlich hatten wir die Nacht in MM nicht gebucht, aber auf Nachfrage, bereits an der Rezeption in Nossob, stellte sich heraus, dass es noch freie Unterkünfte im Park gab. Also wer zeitlich flexibel ist, sollte nach Ankunft im KTP unbedingt nachfragen.
So ist z.B. unser Riverbed Challet#8 in Mata Mata NICHT über das Internet buchbar. Eventuell kann man auch in eines der Wilderness Camps umbuchen. Fragen lohnt sich!

Zum Abschluß gab es noch einen typisch afrikanischen Sonnenuntergang in MM zu beobachten.

Danach haben wir uns auf unsere komfortable Unterkunft gefreut, zumal wir im Shop noch einen guten Tropfen Colombard vom Oranje River erstanden hatten.
Aber daraus wurde - mal wieder - nichts...

 

Tag 7: Mata Mata - Upington
Tageskilometer: 370 km

Heute ist nun schon der letzte Tag im Park angebrochen. Die vielen Eindrücke haben den Aufenthalt sehr kurzweilig werden lassen. Nachdem wir die 'Hauptcamps' besucht haben wird es beim nächsten Mal in die Wildernesscamps gehen. Grootkolk/Gharagab - Bitterpan - Urikaruus stehen jetzt ganz oben auf der Wunschliste. Zeitiges Buchen selbstredend vorausgesetzt.

Leider muß ich auch den heutigen Tag wieder mit einer Geschichte von einer 'lauschigen' Nacht in der afrikanischen Wildnis beginnen.
Um es kurz zu machen: Mückenplage in Mata Mata. Laut Aussage des Personals an der Rezeption werden die Einheimischen derzeit auch davon überrascht. 'Gab es noch nie' - deswegen wohl auch keine Moskitonetze in unserem Cottage.

Die Viecher waren ständig unterwegs. Weder Citronellakerze noch Spray haben sie abgeschreckt. Im Gegenteil, das Kerzenlicht war wohl eher noch eine Einladung...
Da der Strom von 22:00 bis 5:30 Uhr ausgeschaltet war, gab es auch keine Unterstützung von dieser Seite. Um 5:30 Uhr dann endlich - Klimaanlage an! und der Luftzug lies den leichten Biestern keine Chance mehr! Blutrünstige Tiere im KTP - wohin man schaut....
Danach wenigsten noch 2,5 Stunden an diesem Morgen geschlafen.

Aber das war noch nicht alles. Unser Cottagedach schien auch der Platz für einen tierischen Besucher zu sein, der auf dem Strohdach sitzend sein Revier nachts verteidigte. Natürlich über akustische Signale.
Keine Ahnung ob es eine afrikanische Wildkatze war, jedenfalls hörte sich das im Dunkeln wie eine Kombination aus quakender Kröte, zischender Schlange und fauchender Katze an... Alles in Einem natürlich.
Dies in ordentlicher Lautstärke und nur 10cm außerhalb, das hörte sich am Anfang an als ob dieses 'Ungeheuer' im Zimmer sitzt. Mehr muß ich dazu wohl nicht schreiben... Afrika ist nichts für schwache Nerven.

Das Wasserloch in MM ist außer Betrieb, so daß keine Tiere am Unterstand zu beobachten waren. Vermutlich hat der Bau und die Nutzung der acht neuen Riverbed Challets (Einweihung 2010) zum Absinken des Wasserpegels beigetragen.

Checkout in MM ist bereits um 9 Uhr, so daß wir um diese Zeit auch wieder auf der Pad waren. Langsam und gemütlich mit max. 30 km/h sind die Tiere am Besten zu finden. 

Am Wasserloch 'Veertiende Boorgat' wurden wir dann aber mit der Sichtung von insgesamt sechs Griraffen mehr als entschädigt. Spannend die Tiere zu beobachten.

Das Männchen hat sein Weibchen vor dem Nebenbuhler beschützt und auch zum Weiterlaufen bewegen wollen. Sie hatte jedoch noch so viele schöne Blätter am aktuellen 'Schaufenster' (sorry, ich schweife ab) - natürlich Thorntree - gesehen und wollte noch nicht weg.
Also diverse Verrenkungen des Herren mit dem Hals an die Vorderläufe der Giraffendame und irgendwann ging es dann doch noch im Gänsemarsch zum nächsten Busch. Ladies first.

Und wenn sie über den Berg schauen, erinnert das dann doch irgendwie an Jurassic Park.

Keine 10 km weiter gab es am Straßenrand dann das folgende Bild zu sehen. Eine Gruppe Giraffen mit Nachwuchs war an drei Bäumen am Fressen. Machen die auch mal etwas anderes den lieben langen Tag?

Irgendwie hätten die Giraffen auch aus einem Spielzeugladen entsprungen sein können. Putzige Tiere...

Nach unserem Wissenstand - entnommen aus der R 60,- Broschüre vom Parkeingang - kamen im September 1990 acht Giraffen vom Etosha hierher. (3 Männchen, 5 Giraffendamen)
Im Juli 1998 wurden diese dann aus ihrem Gehege in den Park entlassen und inzwischen leben über 40 Tiere hier.
Da war der Klapperstorch doch recht fleißig...
Zwei weitere Bullen sind im Lauf der Zeit noch aus dem Vaalbos N.P. hinzugekommen. Die Herde hat sich inzwischen komplett auf die Vegetation in der Kalahari angepasst.

An diesem Tag haben wir keine Raubtiere mehr gefunden.
Auch war der Park extrem leer. Vermutlich da am nächsten Tag die Schulferien in SA begonnen hatten, waren viele Besucher bereits abgereist und die neuen noch nicht angekommen. So hatten wir die Strecke fast für uns allein.

Zum Anschied hat sich noch ein Blue Wildebeest direkt am Straßenrand positioniert und eine Herde Red Hartebeest war kurz vor TR auch noch vorsichtig in Richtung Wasserloch unterwegs.

Insgesamt war die Woche im KTP natürlich viel zu kurz, aber wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

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